Keine neuen Songs, kein gemeinsames Album und auch kein klassischer Beef auf Instagram: Ausgerechnet ein Rap-Battle sorgt gerade für mächtig Wirbel in der Deutschrap-Szene.
PA Sports und Ssynic sind bei DLTLLY gegeneinander angetreten. Nachdem das mit Spannung erwartete Duell zunächst hinter einer Bezahlschranke verfügbar war, landete es am 4. Oktober schließlich kostenlos auf YouTube. Seitdem explodieren die Zahlen.
Bereits rund 420.000 Aufrufe hat das fast einstündige Battle gesammelt – Tendenz stark steigend. Damit könnte das Duell auf dem Weg sein, eines der meistgesehenen deutschen Acapella-Battles überhaupt zu werden.
Dabei war der Hype schon lange vor dem Upload gewaltig. Als das Battle angekündigt wurde, waren die Tickets für das Event binnen weniger Minuten vergriffen.
Vor allem ein Name sorgte dabei für Aufmerksamkeit: PA Sports.
Der 36-Jährige ist schließlich alles andere als ein klassischer Battlerapper. Zwar liegen seine Wurzeln durchaus in dieser Welt, sein letzter dokumentierter Acapella-Auftritt liegt allerdings fast zwei Jahrzehnte zurück. Damals war PA noch bei "Feuer über Deutschland" zu sehen. Seither folgten Alben, Chart-Erfolge, ein eigenes Label – aber keine großen Acapella-Battles mehr.
Und dann wartet ausgerechnet Ssynic.
Der Berliner zählt seit Jahren zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Battlerap-Szene und hatte zuletzt unter anderem BeastBoy geschlagen. Für viele war deshalb klar, wer bei diesem Duell eigentlich Heimvorteil hat.
Doch PA Sports überraschte.
Nach dem Battle bekam der Rapper für seine Performance viel Lob. Sogar Ssynic soll seinem Gegner anschließend persönlich gesagt haben, dass PA das Duell für ihn knapp gewonnen habe. Über eine Passage seines Gegners erklärte der Battlerapper später sogar, dass danebenstehen zu müssen zu den unangenehmsten Momenten seiner bisherigen Bühnenkarriere gehört habe.
Seit das komplette Battle auf YouTube steht, wird allerdings wieder heftig diskutiert. Manche Zuschauer sehen PA vorne, andere wiederum Ssynic. Besonders dessen Performance komme auf Video teilweise noch stärker zur Geltung als vor Ort.
Einen eindeutigen Gewinner gibt es für die Community deshalb vielleicht doch: Battlerap selbst.
Denn 420.000 Menschen für ein beinahe einstündiges Wortgefecht zeigen, dass die Szene längst nicht mehr nur in ihrer eigenen Bubble stattfindet. Und während PA und Ssynic darüber streiten können, wer die besseren Punchlines hatte, sprechen zumindest die Klickzahlen eine ziemlich deutliche Sprache.