Dass Marko Arnautović (36) Fußball spielen kann, muss er niemandem mehr beweisen. Dass in ihm möglicherweise auch ein ziemlich guter Streamer steckt, dagegen schon.
Der ÖFB-Rekordspieler war bei Twitch-Star Marli zu Gast – und lieferte dabei eine Szene nach der anderen. Statt klassischem Fußball-Interview gab es Geschichten aus seiner wilden Vergangenheit, spontane Aktionen und vor allem ziemlich viel Arnautović-Schmäh.
Dabei wirkte der 36-Jährige teilweise weniger wie ein prominenter Studiogast und mehr wie jemand, der regelmäßig gemeinsam mit Marli vor der Kamera sitzt.
Besonders unterhaltsam wurde es, als Arnautović Geschichten aus seiner Karriere erzählte. So verriet er etwa, dass er rund um das Champions-League-Finale 2010 gleich zweimal von der Polizei zu Boden gebracht und gefesselt worden sei.
Seine Akkreditierung war weg, weshalb ihn die Beamten beim Versuch, auf den Platz zu gelangen, offenbar für einen Fan hielten. Nachdem die Situation aufgeklärt worden war, geriet Arnautović wenig später gleich noch einmal mit der Polizei aneinander.
Heute kann er selbst darüber lachen. Über sein damaliges Ich urteilt er ziemlich schonungslos: Er habe einen "kaputten Kopf" gehabt.
Vom Champions-League-Sieger zu "Stabilović"
Beim Erzählen blieb es allerdings nicht.
Marli forderte den ehemaligen Inter- und Premier-League-Kicker zu einem Fallrückzieher heraus – auf seinem Bett. Aufwärmen? Für Arnautović offenbar völlig unnötig.
"Ich mach gar nichts warm. Ich mach direkt", kündigte er an.
Kurz darauf flog der Ball durch das Zimmer und Arnautović landete auf dem Bett. Seine trockene Analyse nach der Aktion: "Alles kaputt."
Marli hatte anschließend auch gleich einen neuen Namen für seinen Gast: "Stabilović".
Genau solche Momente zeigen, warum Arnautović auch Jahre nach seinen größten internationalen Erfolgen eine der schillerndsten Figuren des österreichischen Fußballs bleibt.
Im klassischen Interview kann ein Fußballer auf Fragen vorbereitet sein und seine Antworten entsprechend formulieren. Ein mehrstündiger Livestream funktioniert anders. Genau dort scheint Arnautovićs ungefilterte Art besonders gut anzukommen.
Für die junge Streaming-Community ist er damit plötzlich nicht nur jener Fußballer, von dem ältere Fans Geschichten aus Bremen, Mailand oder der Premier League kennen. Aus den alten Eskapaden werden Clips, seine Sprüche werden zu Memes – und selbst ein Fallrückzieher auf einem Bett wird zum Programmpunkt.
Nach dem Ende seiner ÖFB-Karriere könnte Arnautović damit zumindest schon einmal ein neues Publikum gefunden haben.
Und wer weiß: Sollte es mit der Trainerkarriere irgendwann nichts werden, dürfte auf Twitch vermutlich noch ein Platz für "Stabilović" frei sein.