Es war einer der spektakulärsten Transfers seiner Karriere. Im Sommer 2019 verließ Marko Arnautović (36) die Premier League und wechselte von West Ham United zu Shanghai SIPG nach China.
Eine Entscheidung, die damals für reichlich Diskussionen sorgte. Schließlich soll der Wechsel auch finanziell äußerst lukrativ gewesen sein. Doch im Stream von Twitch-Star Marli macht Arnautović nun deutlich: Die Millionen konnten nicht verhindern, dass seine Zeit in China für ihn persönlich äußerst schwierig wurde.
"Es war keine schöne Zeit", sagt der Wiener rückblickend. Dabei hatte alles ganz anders begonnen.
Arnautović erzählt, dass er lange überlegen musste, bevor er sich überhaupt für den ungewöhnlichen Karriereschritt nach Asien entschied. China war damals für europäische Top-Fußballer noch ein vergleichsweise ungewöhnliches Ziel.
Seine anfänglichen Zweifel verschwanden offenbar schnell.
"Die ersten sechs Monate waren super", erinnert sich Arnautović. Auch von Shanghai selbst schwärmt der ehemalige ÖFB-Star. Die Millionenmetropole sei eine schöne Stadt, in der man sehr gut leben könne.
Dann kam Covid. Und Arnautovićs Leben in China änderte sich drastisch.
Besonders eine Einreise während der Pandemie ist dem Fußballer bis heute in Erinnerung geblieben.
Nach seiner Ankunft sei er direkt am Flughafen in einen Bus gesetzt worden. Wohin es ging, konnte er sich nicht selbst aussuchen. Arnautović erzählt, dass ihm ein vom Staat bestimmtes Hotel zugewiesen worden sei. Dort begann seine Quarantäne.
Zwei Wochen lang musste der Fußballer nach eigener Schilderung alleine in einem Hotelzimmer bleiben. Die Tür durfte er nicht öffnen. Auch die Fenster hätten sich nicht öffnen lassen. 14 Tage praktisch nur in einem Raum.
Eine Erfahrung, die seine Sicht auf den finanziell lukrativen Wechsel offenbar nachhaltig veränderte.
Denn gerade die hohen Gehälter waren ein Grund, warum Wechsel europäischer Fußballstars nach China damals immer wieder für Diskussionen sorgten.
Arnautović macht im Stream allerdings deutlich, dass Geld in einer solchen Situation plötzlich ziemlich nebensächlich werden kann. "Ich sag dir ehrlich, danach denkst du wirklich nicht mehr an dieses Geld", erzählt er Marli.
Nach rund zwei Jahren endete sein China-Abenteuer schließlich. 2021 kehrte Arnautović nach Europa zurück und unterschrieb beim FC Bologna in Italien.
Heute blickt er differenziert auf das Kapitel zurück. Shanghai selbst und insbesondere seine ersten Monate beschreibt Arnautović positiv. Erst die außergewöhnlichen Bedingungen während der Corona-Pandemie machten aus dem Abenteuer eine Zeit, an die er sich offenbar nicht gerne zurückerinnert.
Oder wie Arnautović es selbst zusammenfasst: "Es war keine schöne Zeit."