Rund die Hälfte der insgesamt 438 Kommunen im Land sind Abgangsgemeinden. Das bedeutet: Sie können ihre laufenden Ausgaben nicht aus eigener Kraft stemmen und sind auf Finanzspritzen angewiesen.
Die anhaltende Krise hat aber möglichen Geldgebern (Stichwort: angespanntes Landesbudget) einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie prekär die Lage der Bürgermeister mittlerweile ist, untermauert jetzt eine IFES-Erhebung von 108 Ortschefs im Auftrag der OÖ-Arbeiterkammer.
Fast vier von zehn Befragten erklärten dabei, dass Kürzungen notwendig waren, die sich negativ auf die Lebensqualität der Bevölkerung auswirken. Etwa gleich viele gaben an, Schwierigkeiten zu haben, Dienstleistungen und die Infrastruktur zu finanzieren.
Gleichzeitig mussten zwei Drittel der Bürgermeister die Gebühren für Kanal, Wasser und Müllabfuhr erhöhen. Knapp die Hälfte verlangen beispielsweise mehr für die Miete von Sporträumlichkeiten oder für "Essen auf Rädern". Bei 39 Prozent sind etwa die Essensbeiträge im Kindergarten gestiegen.
Um die Finanzen nachhaltig abzusichern, pocht AK-Chef Andreas Stangl darauf, dass die Gemeinden weniger ans Land abführen müssen. Und er will, dass bei der Mittelzuteilung an die Kommunen mehr auf die jeweiligen Gegebenheiten Rücksicht genommen wird. Es sollte der Steuergrundsatz "Geld folgt Aufgabe" umgesetzt werden