Die Bühne blieb leer, die Fans warteten auf ihr Geld – jetzt ist die Veranstalterfirma pleite: Über die AEF GmbH aus Krenglbach (Bez. Wels-Land) wurde am Montag am Landesgericht Wels ein Konkursverfahren eröffnet. Laut Kreditschutzverband von 1870 stehen rund 755.000 Euro Schulden zu Buche. Wie viel Vermögen vorhanden ist, ist noch unklar.
Das "Alter Ego Festival" hätte im August die Welser Trabrennbahn zum Hip-Hop-Hotspot machen sollen. Mehr als 30 Künstler waren angekündigt, darunter Luciano, Reezy und Yung Hurn. Festivalpässe gab es ab 149,99 Euro, VIP-Tickets ab 249,99 Euro. Doch wenige Tage vor dem Start kam die Absage – "Heute" berichtete.
Organisator Florian Störinger sprach damals von einer Verschiebung und erklärte: "Unsere Vision war einfach zu groß." Bis zuletzt habe man versucht, die Finanzierung zu sichern. Die Acts seien bereits gebucht und Anzahlungen geleistet gewesen. Für die Fans begann das Zittern um die Rückerstattung.
Jetzt nennt der KSV1870 den Hintergrund der Pleite: Eine ursprünglich zugesagte Investition eines Finanzierungspartners sei überraschend ausgeblieben. Die dadurch entstandene Finanzierungslücke habe nicht mehr geschlossen werden können. Die kurzfristige Festivalabsage sei die Hauptursache für den Insolvenzantrag.
Die Angaben des Unternehmens konnten laut KSV1870 bisher allerdings noch nicht ausreichend überprüft werden. Besonders bitter: Von den rund 2.414 betroffenen Gläubigern sind etwa 2.400 Ticketkäufer. Auf sie entfällt laut KSV1870 der Großteil der Schulden.
Ihre Namen seien der Veranstalterfirma jedoch nicht bekannt, weil die Karten über Agenturen verkauft und die Daten dort nur unvollständig gespeichert worden seien. Auch das muss nun der Masseverwalter prüfen.
Die Firma war erst am 1. Oktober 2025 eigens für die größere Open-Air-Ausgabe gegründet worden. Im Jahr davor hatte das Festival rund 2.000 Besucher in die Welser Stadthalle gelockt. Inzwischen ist der operative Betrieb eingestellt. "Da der operative Betrieb des Unternehmens bereits eingestellt wurde, ist mit der baldigen konkursgerichtlichen Schließung und Gesamtverwertung des Unternehmens durch den Masseverwalter zu rechnen", erklärt Alexander Meinschad vom KSV1870.