Die Straße ist noch nicht offen, der Freizeitverkehr rollt trotzdem schon: Auf der Baustelle der Mühlviertler Schnellstraße (S10) bei Rainbach im Mühlkreis (Bez. Freistadt) sind laut Asfinag immer wieder unbefugte Besucher unterwegs.
Kinder fahren mit dem Rad, Läufer drehen ihre Runden – sogar Ausflüge auf dem Pferderücken führen durch das Baufeld. Mit der fortschreitenden Fertigstellung der Fahrbahndecke haben diese "Besuche" in den vergangenen Monaten stark zugenommen, erklärt die Asfinag.
Dabei werden Verbotsschilder ignoriert und teilweise sogar Bauzäune zur Seite geschoben. Bereits am 9. Juni ereignete sich im Baustellenbereich auf der Labacher Straße ein tödlicher Unfall. Die Asfinag appelliert deshalb erneut, die Baustelle nicht zu betreten.
Der 15-Jährige war mit seinem Moped auf dem Heimweg von der Schule in den wegen der Bauarbeiten gesperrten Bereich gefahren. Als ein Lkw-Lenker (24) zurücksetzte, erfasste er den Jugendlichen und schleifte ihn mehrere Meter mit. Trotz des Einsatzes von Rettung, Notarzt und Rettungshubschrauber starb der Jugendliche noch vor Ort.
"Unbefugtes Betreten der Baustelle kann lebensgefährlich sein und eine Anzeige zur Folge haben", warnt die Asfinag. Die Gefahren sind oft nicht sofort erkennbar: Künetten und Schächte sind mehrere Meter tief, abrupte Absturzkanten können zur Falle werden. Dazu kommt Baustellenverkehr, der sich täglich ändert.
Das Baufeld wird durchgehend elektronisch und von einem Sicherheitsdienst überwacht. Zusätzlich ist die Polizei verstärkt vor Ort. Die Asfinag appelliert insbesondere an Erziehungsberechtigte und bittet um Geduld: Im Herbst 2027 soll die Umfahrung Rainbach für den Autoverkehr freigegeben werden. Bis dahin bleibt die Strecke gesperrt.