"Wenn die Sirenen heulen"

Blackout droht – das alles brauchst du im Ernstfall

Kein Strom, kein Handynetz – was jetzt? Ein Rotkreuz-Helfer aus OÖ erklärt, welche Absprachen und Vorräte im Ernstfall helfen.
22.10.2026, 03:00
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Das Licht bleibt finster, das Handy hat keinen Empfang – und die Familie ist irgendwo unterwegs. Was dann? Das Rote Kreuz OÖ erinnert jetzt daran, wie wichtig Vorbereitung ist. Ob Hochwasser, Cyberangriff oder Versorgungsengpass: Die ersten Vorkehrungen beginnen in den eigenen vier Wänden.

Ein Treffpunkt, auch ohne WhatsApp

Marcel Zeller (28) beschäftigt sich regelmäßig mit solchen Fragen. Er ist Katastrophenhilfsdienst-Kommandant der Rotkreuz-Ortsstelle Seewalchen (Bez. Vöcklabruck) und seit 2015 dabei. Seine wichtigste Voraussetzung: "Bevor ich anderen helfen kann, muss ich sicherstellen, dass ich selbst einsatzfähig bin."

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Deshalb hat seine Familie einen gemeinsamen Treffpunkt für den Ernstfall vereinbart. "Dort haben wir genügend Platz und Vorräte, um zwei bis drei Tage autark zurechtzukommen." Fällt das Mobilfunknetz aus, weiß damit trotzdem jeder, wohin. Und Zeller kann ausrücken, ohne im Ungewissen zu sein, wie es seinen Angehörigen geht.

Das gehört zur Krisenvorsorge

Vorräte: ausreichend Trinkwasser und haltbare Lebensmittel.

Gesundheit: notwendige Medikamente und eine gut ausgestattete Hausapotheke.

Ausrüstung: Taschenlampen, warme Kleidung und wichtige Dokumente griffbereit halten.

Familienplan: Treffpunkt vereinbaren und klären, wer sich um Kinder oder unterstützungsbedürftige Angehörige kümmert.

Warnungen: Die "Team Österreich"-App informiert unter anderem über behördliche Katastrophen- und Wetterwarnungen und hilft bei der persönlichen Vorsorge.

Auch sein Arbeitgeber in Schörfling am Attersee weiß, dass der 28-Jährige bei einer Katastrophe als freiwillige Einsatzkraft gebraucht werden kann. Gerade bei längeren Einsätzen ist dieser Rückhalt wichtig. Für Zeller zählen vier Fragen: Kann ich helfen? Kann ich gehen? Darf ich gehen? Und wissen wir, was zu tun ist?

"Möchte nicht erst überlegen müssen, was zu tun ist"

Bei den Einsatzorganisationen setzt Zeller auf die 3K-Regel: "In der Krise Köpfe kennen." Zuständigkeiten und Kommunikationswege müssen vorab klar sein. "Netzwerke entstehen nicht erst dann, wenn die Sirenen heulen", betont er. Im Vorjahr wurde etwa geübt, wie Einsatzkräfte bei einem Blackout trotz ausgefallener Mobilfunknetze alarmiert werden können.

Dabei geht es auch zu Hause um Vorbereitung, die bei verschiedenen Krisen hilft. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz sagt: "Vorbereitung bedeutet nicht, mit Sorge auf die nächste Krise zu warten. Sie gibt Sicherheit und schafft Handlungsspielraum." Zeller bringt seinen persönlichen Antrieb so auf den Punkt: "Wenn es wirklich darauf ankommt, möchte ich nicht erst überlegen müssen, was zu tun ist."

red, 22.10.2026, 03:00