Heftige Proteste bis hin zu Baustellen-Besetzungen, eindringliche Beruhigungsversuche der Politik: Das gewaltige Bauprojekt in der Landeshauptstadt lässt die Wogen hochgehen. Zum Jahreswechsel 2025/26 eskalierte die Situation: Wegen der Fällung Dutzender Bäume wollten Aktivisten nicht weichen, es gab mehrere Polizeieinsätze.
Das gewaltige Vorhaben sorgt erneut für gehörigen Wirbel. Denn jetzt steht fest: Die A26 kostet um einiges mehr als ursprünglich veranschlagt. Die aktuelle Prognose liegt bei 1,3 Milliarden Euro – rund 120 Millionen mehr als noch 2023.
Als Gründe dafür nennt das Land vor allem gestiegene Baupreise, die Inflation und geänderte gesetzliche Vorgaben. Für LH Thomas Stelzer (ÖVP) und Verkehrslandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) steht dennoch fest: Es bleibe ein wesentliches Zukunftsprojekt. Nach Fertigstellung soll der Verkehr im Stadtgebiet demnach um rund acht Prozent zurückgehen.
"Die Kostensteigerung ist nicht erfreulich, aber sie ändert nichts daran, dass die A26 eine wichtige Investition in die Zukunft unseres Landes ist", sagt Stelzer. Dass man sich solche Investitionen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten leisten könne, liege daran, dass man in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet und aufs Geld geschaut habe.
Zum aktuellen Fortschritt: Die Bauarbeiten für den zweiten Abschnitt mit dem Freinbergtunnel und der Unterflurtrasse Waldeggstraße haben im Sommer begonnen. Die Grabung der Querung soll noch heuer starten. Rund vier der insgesamt 4,7 Kilometer langen A26 verlaufen unterirdisch.
Die Teilverkehrsfreigabe des zweiten Abschnitts ist für 2032 vorgesehen. Der dritte und letzte Abschnitt mit der Westbrücke soll von 2033 bis 2035 umgesetzt werden. Erst mit der Fertigstellung des Gesamtprojekts wird die volle Verkehrsentlastung erwartet.
Steinkellner: "Die Preisentwicklung der vergangenen Jahre und geänderte gesetzliche Vorgaben haben die Rahmenbedingungen deutlich verändert." Umso wichtiger sei es, die Umsetzung weiterhin verantwortungsvoll zu begleiten und die verfügbaren Mittel effizient einzusetzen.
Gar keine lobenden Worte finden die Grünen: "Der halbe Westring (das Projekt wurde verkleinert; Anm.) ist längst ein ganzes Fiasko", betont Klubchef Severin Mayr. "Was hier an Steuermillionen im und rund um den Freinberg versenkt wird, ist sagenhaft." Wenn man glaube, der Kostenplafond sei erreicht, komme der nächste Finanzschock.
Einmal mehr räche sich, dass das Land keinen vertraglichen Kostendeckel eingezogen und damit jeden Preissprung mitzutragen habe. "Schluss damit. Der Scheck muss weg. Die Mitfinanzierung muss neu verhandelt werden", fordert Mayr. Er pocht auf eine verbindliche Begrenzung des Landesbeitrags und kündigt einen Antrag dazu an.