Das Spitzenspiel der 2. Liga wurde für den First Vienna FC zum Debakel. Nach sieben Siegen in Folge kassierten die Döblinger ausgerechnet gegen Tabellenführer Blau-Weiß Linz eine historische Abfuhr. Die Oberösterreicher feierten einen 6:0-Auswärtssieg und bauten ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf drei Punkte aus.
Dabei nahm die Partie nach 22 Minuten eine entscheidende Wendung. Vienna-Routinier Luxbacher verhinderte einen Treffer mit der Hand auf der Torlinie und musste mit Rot vom Platz. Die Aktion erinnerte an Luis Suarez, der bei der WM 2010 gegen Ghana auf ähnliche Weise ein Tor verhindert hatte.
Die Linzer hatten von Beginn an mehr vom Spiel. Bereits in der vierten Minute vergab Collmann nach einer Flanke von Romeo Vucic per Kopf die erste gute Möglichkeit.
In der 22. Minute wurde es dann turbulent. Ein abgefälschter Schuss von Tsarenko war bereits an Vienna-Keeper Unger vorbei, ehe Luxbacher den Ball auf der Linie mit der Hand stoppte. Der Schiedsrichter zeigte dem Vienna-Spieler die Rote Karte und entschied auf Elfmeter. Vucic übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher zur 1:0-Führung (24.).
Trotz Unterzahl hätten die Gastgeber beinahe zurückgeschlagen. Soukouna verpasste nach einer Kopfballvorlage von Gantschnig den Ausgleich nur knapp (30.).
Kurz vor dem Pausenpfiff legten die Gäste allerdings nach. Nach einer sehenswerten Kombination über Tsarenko und Frieser musste Collmann den Ball aus kurzer Distanz nur noch zum 2:0 über die Linie drücken (45.).
Nach dem Seitenwechsel zeigte die Vienna zunächst eine Reaktion. Die Döblinger suchten trotz Unterzahl den Weg nach vorne, Soukouna prüfte Linz-Keeper Giuliani mit einem gefährlichen Distanzschuss (48.).
Doch statt des Anschlusstreffers folgte der nächste Rückschlag. Nach einem Handspiel von Breit im Strafraum bekamen die Linzer erneut einen Elfmeter zugesprochen. Wieder trat Vucic an und traf über die Innenstange zum 3:0 (59.).
Spätestens damit war die Partie entschieden. Die Linzer ließen allerdings nicht locker und erhöhten in der Schlussphase weiter das Tempo. In der 81. Minute machte Vucic seinen Dreierpack perfekt. Nach einer Vorlage von Frieser schob der 23-Jährige zum 4:0 ein.
Danach brachen bei der Vienna endgültig alle Dämme. Ein schwerer Fehler von Tormann Unger im Spielaufbau ermöglichte dem eingewechselten Weinhauer das 5:0 (85.). Nur drei Minuten später sorgte Joker Ristanic mit einem sehenswerten Schlenzer ins lange Eck für den 6:0-Endstand (88.).
Mit dem Kantersieg untermauerten die Stahlstädter ihre Aufstiegsambitionen und hielten nach elf Runden bei 28 Punkten.