In Wien sind die Vampire los! Und die haben es nicht nur auf frisches Blut abgesehen. In der schrägen Horror-Komödie "Die Blutgräfin" von Kultregisseurin Ulrike Ottinger (84) wird die Bundeshauptstadt zum Schauplatz einer ziemlich verrückten Jagd.
Mittendrin: Frankreichs Schauspiel-Ikone Isabelle Huppert (73), die als legendäre Blutgräfin nach Jahrhunderten plötzlich wieder in Wien auftaucht. Die adelige Vampirin soll bereits im 16. Jahrhundert eine besondere Vorliebe für Dienstmädchen gehabt haben – allerdings nicht zum Plaudern!
Gemeinsam mit ihrer treuen Zofe Hermine, gespielt von Österreich-Star Birgit Minichmayr (49), macht sich die blutrünstige Gräfin auf die Suche nach einem geheimnisvollen Buch. Das Problem: Das mächtige Werk kann alles Böse vernichten – und damit auch Vampire!
Doch die beiden sind nicht allein auf der Jagd. Eine ungewöhnliche Allianz aus Vegetariern und Ordnungshütern will der Wiener Vampir-Bande endgültig den Garaus machen.
Als wäre das nicht schon genug, mischt sich auch noch ein Kongress von Geisteswissenschaftlern ein, der die Identität der Vampire im digitalen Zeitalter untersuchen möchte. Die Blutgräfin hat auf solche Diskussionen allerdings herzlich wenig Lust.
Statt sich wissenschaftlich durchleuchten zu lassen, zieht die Vampirin lieber durch Wien. Ihre wilde Schnitzeljagd führt sie durch düstere Gruften, über Friedhöfe und sogar aufs Riesenrad.
Immer dicht auf den Fersen: zwei Vampirforscher und ein Polizeiinspektor, die ebenfalls hinter dem geheimnisvollen Buch her sind.
Für das schräge Kino-Spektakel hat Regisseurin Ottinger eine echte Star-Truppe versammelt. Neben Huppert und Minichmayr sind auch Thomas Schubert, Lars Eidinger, Karl Markovics und ESC-Ikone Conchita Wurst mit von der Partie.
Die Idee zu dem außergewöhnlichen Vampirfilm kam Ottinger bereits 1998. Damals reiste sie mit dem Auto über Osteuropa nach Wien und war von den historischen Städten begeistert.
In der österreichischen Hauptstadt faszinierte sie vor allem die düstere Vergangenheit. Alte Tunnel, Gräber und der berühmte Narrenturm, einst eine psychiatrische Einrichtung, lieferten reichlich Inspiration.
Auch die geheimen unterirdischen Waffenfabriken aus der NS-Zeit beschäftigten die Filmemacherin.
Ottinger wollte daraus aber keinen klassischen Gruselfilm machen. Vielmehr sollte eine verrückte Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart, schwarzem Humor und gesellschaftlicher Kritik entstehen.
Das Ergebnis: Eine herrlich schräge Vampirkomödie, in der Wien seine dunkelste – und wohl bissigste – Seite zeigt.