War ein Musterschüler

Bluttat an Schule: Täter bekam sogar Uni-Auszeichnung

Nach dem tödlichen Angriff auf eine Lehrerin in Oberösterreich kommen weitere Details über den mutmaßlichen Täter ans Licht.
Oberösterreich Heute
27.06.2026, 08:44
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Nach dem Gewaltverbrechen an einer Mittelschule in Oberösterreich beschäftigen die Hintergründe der Bluttat weiterhin Ermittler und die Öffentlichkeit. Ein 29-jähriger Lehrer soll ja vor zwei Wochen eine 28 Jahre alte Kollegin getötet und sich kurz danach das Leben genommen haben. Das Motiv ist weiterhin unklar.

Nun werden weitere Details über den Werdegang des Pädagogen bekannt. Bereits kurz nach seinem Studienabschluss galt er als besonders erfolgreicher Nachwuchslehrer.

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Direktor Hans Peter Rockenschaub schilderte zuletzt, wie Lehrer und Schüler die Tragödie verarbeiten. Den späteren Täter kannte Rockenschaub seit dessen Kindheit. "Ich kannte ihn seit seinem zehnten Lebensjahr, denn ich habe ihn in der Schülerliga im Sportverein in Freinberg trainiert."

Mit etwas Abstand werde ihm nun erst bewusst, was passiert sei, sagt Rockenschaub zu den "OÖN": "Jetzt langsam wird mir wirklich bewusst, was da passiert ist. Ich hab irrsinnig viel Wut in mir gegenüber meinem Kollegen, weil ich ihn ja sehr, sehr lange gekannt habe. Und die Enttäuschung darüber von mir selber, dass ich nichts bemerkt hab."

Auszeichnung erhalten

Der spätere Täter hatte sein Lehramtsstudium mit Auszeichnung abgeschlossen und bekam dafür feierlich eine Auszeichnung.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >

An seiner späteren Mittelschule unterrichtete der Mann seit 2022 und wurde zwei Jahre später zum stellvertretenden Direktor ernannt. Kollegen beschrieben ihn nach außen hin als engagiert, hilfsbereit und beliebt.

Besonders erschütternd sind auch neue Details rund um den Tag der Tat. Wie berichtet, telefonierte der Schuldirektor am Abend noch mit dem Lehrer, nachdem sich die Mutter der vermissten Pädagogin bei ihm gemeldet hatte.

Der Verdächtige hob ab und erklärte, nicht zu wissen, wo sich seine Kollegin befinde. Wenig später wurde die tote Lehrerin in der Schule entdeckt. Der 29-Jährige wurde kurze Zeit danach tot in seinem Auto gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er Suizid beging.

Kondolenzbuch

Während Freunde, Kollegen und Angehörige um die getötete Lehrerin trauern, wurde auch für den Täter im Internet ein Kondolenzbuch eingerichtet. Dort sprechen zahlreiche Menschen den Eltern des mutmaßlichen Täters ihr Mitgefühl aus.

Viele betonen, dass die Familie ebenfalls eine unvorstellbare Tragödie erleben müsse und wünschen den Angehörigen viel Kraft. Die Ermittlungen der Kripo zum genauen Ablauf und zum Motiv der Tat sind mittlerweile abgeschlossen.

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