Dutzenden Menschen droht jetzt auch hier die Arbeitslosigkeit. Über das Vermögen der M. Lienbacher GmbH mit Sitz in Palting (Bezirk Braunau) ist am Freitag am Landesgericht Ried ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Das Unternehmen weist laut KSV1870 Verbindlichkeiten von rund 13,975 Millionen Euro auf. Betroffen sind 244 Gläubiger sowie 87 Mitarbeiter.
Der Betrieb wurde 1993 gegründet und produziert hochwertige Beschläge sowie Kaminzubehör. Darüber hinaus handelt das Unternehmen mit Beschlägen, Accessoires und Gartenartikeln. Zu den Kunden zählen vor allem Baumärkte und der Fachhandel. Neben dem Standort in Oberösterreich betreibt die Firma auch eine Niederlassung in Leipzig.
Als Gründe für die Insolvenz nennt das Unternehmen mehrere Belastungen: Die Errichtung eines neuen Betriebsgebäudes habe die Liquidität stark beansprucht. Zudem musste eine Pulverbeschichtungsanlage neu errichtet werden, nachdem der geplante Umzug nicht umgesetzt werden konnte.
Nach der Corona-Pandemie sei es außerdem zu deutlichen Umsatzeinbrüchen gekommen. Förderkürzungen für Feuerstätten in Deutschland sowie geänderte Zahlungsbedingungen eines wichtigen Lieferanten hätten die Situation zusätzlich verschärft.
Den Gläubigern wird im Rahmen eines Sanierungsplans eine Quote von 20 Prozent angeboten. Diese soll innerhalb von 24 Monaten nach Annahme des Sanierungsplans ausbezahlt werden. Die erste Gläubigerversammlung ist für den 9. September angesetzt, über den Sanierungsplan soll am 14. Oktober verhandelt werden.