Die massiven Strompreissprünge besonders am Abend sorgen nicht nur bei Haushalten mit dynamischen Stromtarifen für Ärger, sondern auch für einen heftigen politischen Schlagabtausch.
Nachdem die FPÖ die hohen Preise als Folge der aktuellen Energiepolitik kritisiert und unter anderem die Abschaffung der CO2-Abgabe sowie neue Gaskraftwerke gefordert hatte, kommt nun scharfer Gegenwind von der SPÖ Oberösterreich.
Für SPÖ-Landesvorsitzenden Martin Winkler zeigen die aktuellen Entwicklungen vor allem eines: Österreich brauche dringend mehr Möglichkeiten, günstigen Sonnen- und Windstrom zu speichern.
"Tagsüber produzieren wir immer mehr günstigen Strom aus Sonnenkraft. Am Abend fehlt dann die Möglichkeit, diese Energie zu speichern und genau dann wieder verfügbar zu machen. Deshalb brauchen wir endlich Hybridkraftwerke und Pumpspeicher statt ideologischer Blockaden", sagt Winkler.
Besonders deutlich fällt seine Kritik an der FPÖ aus. Diese erkenne zwar Probleme, liefere aber keine Lösungen. "Die FPÖ hat eine bemerkenswerte Fähigkeit: Sie erkennt Probleme und präsentiert anschließend mit nahezu hundertprozentiger Zuverlässigkeit eine Nichtlösung. Statt die Ursachen hoher Strompreise zu bekämpfen, will sie Österreich wieder stärker von fossilem Gas abhängig machen. Das macht die Energieversorgung nicht günstiger, sondern unsicherer und teurer", so der SPÖ-Chef.
Nach Ansicht der SPÖ würden zusätzliche Gaskraftwerke weder das eigentliche Speicherproblem lösen noch Österreich unabhängiger machen. Mehr Gas bedeute vielmehr mehr Importe und eine größere Abhängigkeit vom Ausland.
Aus Sicht der SPÖ liegt die Lösung im raschen Ausbau von Hybridkraftwerken, die Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher kombinieren, sowie von Pumpspeicherkraftwerken. Nur so könne günstiger Ökostrom aus den Mittagsstunden gespeichert und in den verbrauchsintensiven Abendstunden genutzt werden.
Die aktuelle Debatte war durch massive Preisspitzen bei dynamischen Stromtarifen ausgelöst worden. Am Mittwoch stieg der Strompreis in einzelnen Viertelstunden auf bis zu 85 Cent pro Kilowattstunde. Ursache waren das Ende der Solarstromproduktion am Abend, wenig Wind und eine gleichzeitig hohe Nachfrage durch Klimaanlagen. Dadurch mussten teure Gaskraftwerke einspringen, was die Preise an der Strombörse kräftig nach oben trieb.