Die Energiepreise belasten Hunderttausende Österreicher. Dennoch verzichten zahlreiche Haushalte auf eine der einfachsten Möglichkeiten zum Sparen: den Wechsel des Strom- oder Gasanbieters.
Laut einer aktuellen Marketagent-Umfrage im Auftrag von tarife.at fühlen sich mehr als die Hälfte der Österreicher (53 Prozent) durch ihre Energiekosten belastet. Aktiv werden aber nur sehr wenige. Im vergangenen Jahr wechselten lediglich 5,4 Prozent ihren Stromanbieter und 6,3 Prozent ihren Gaslieferanten.
Noch bemerkenswerter: Fast jeder zweite Haushalt hat seinen Energieanbieter überhaupt noch nie gewechselt. Konkret sind es 44,7 Prozent.
Wer Strom- und Gastarife vergleicht, kann laut den erhobenen Marktdaten derzeit kräftig sparen. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom sind Einsparungen von bis zu 500 Euro möglich. Bei einem Gasverbrauch von 12.000 Kilowattstunden können sogar bis zu 700 Euro pro Jahr gespart werden.
Trotzdem glauben viele Verbraucher, dass sich ein Wechsel nicht lohnt. Laut Umfrage erwarten sich 23,5 Prozent nur geringe Einsparungen. Weitere 22,5 Prozent haben sich mit dem Thema bisher überhaupt nicht beschäftigt, 13,9 Prozent fühlen sich nicht ausreichend informiert.
Nach Angaben von tarife.at sprechen derzeit mehrere Faktoren für eine Überprüfung bestehender Verträge.
So seien die Großhandelspreise zuletzt gesunken. Gleichzeitig laufen bei vielen Kunden nach zwölf Monaten Neukundenrabatte aus, wodurch sich die Kosten erhöhen können.
Dazu kommt: Die Gasnetzentgelte sind 2026 österreichweit um durchschnittlich 18,2 Prozent gestiegen. In Kärnten beträgt das Plus sogar 35 Prozent. Diese Kosten können Haushalte nicht beeinflussen. Umso wichtiger werde jener Teil der Rechnung, der sich durch einen günstigeren Tarif senken lässt.
Obwohl 2025 so viele Haushalte wie noch nie ihren Strom- oder Gasanbieter wechselten, bleibt Österreich im europäischen Vergleich bei den Wechselraten im unteren Drittel.
Dabei sei der Aufwand überschaubar. Seit April 2026 erfolgt die technische Umstellung innerhalb von 24 Stunden. Die Kündigungsfrist beim bisherigen Anbieter bleibt allerdings bestehen.
"Viele Haushalte suchen nach Möglichkeiten zu sparen und übersehen dabei einen der größten Hebel. Wer Strom- und Gastarife regelmäßig vergleicht, spart meist mehrere hundert Euro pro Jahr. Der Aufwand dafür ist gering, die finanzielle Entlastung dagegen beträchtlich", sagt Michael Kreil, Geschäftsführer von tarife.at.