Lehrerin (28) getötet

Direktor über Täter: "Er war mein schulischer Ziehsohn"

Vor zwei Wochen wurde eine 28-jährige Lehrerin von ihrem Kollegen in einer Schule getötet. Nun spricht der Direktor über die Tragödie.
Newsdesk Heute
26.06.2026, 08:18
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Zwei Wochen nach der tödlichen Gewalttat an der Bilger-Breustedt-Mittelschule in Taufkirchen an der Pram hat Direktor Hans Peter Rockenschaub über die Ereignisse und deren Folgen gesprochen. Im Interview mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" schildert er seine Wut, seine Enttäuschung und den schwierigen Umgang mit der Tragödie.

Am 12. Juni hatte der 29-jährige Lehrer und Vize-Direktor seine 28-jährige Kollegin in der Schulbibliothek getötet. Wenig später erschoss er sich während einer Autofahrt selbst – "Heute" berichtete.

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Mit etwas Abstand werde ihm nun erst bewusst, was passiert sei, sagt Rockenschaub. "Jetzt langsam wird mir wirklich bewusst, was da passiert ist. Ich hab irrsinnig viel Wut in mir gegenüber meinem Kollegen, weil ich ihn ja sehr, sehr lange gekannt habe. Und die Enttäuschung darüber von mir selber, dass ich nichts bemerkt hab."

Der Direktor kann die Tat bis heute nur schwer mit dem Menschen vereinbaren, den er über Jahre gekannt hatte. "Ich bin wütend. Wobei sich das immer abwechselt mit Mitleid: Denn es hat ja einen Herrn Leon I.* jahrelang vorher gegeben. Und dann hat’s einen Leon I. an diesem Freitagnachmittag gegeben."

Direktor kannte Täter seit Kindheit

Rockenschaub kannte den späteren Täter seit dessen zehnten Lebensjahr. Er war sogar sein Fußballtrainer in der Schülerliga: "Er war ja sozusagen mein schulischer Ziehsohn."

Rückblickend frage er sich, ob es Warnzeichen gegeben habe. "Im Nachhinein erkennt man ja immer Dinge, die in der Wirklichkeit einfach nicht zu erkennen waren. Er hat sie so gut gespielt, diese Rolle, dass wir sie nicht erkannt haben."

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Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >

Den Lehrer beschreibt der Direktor als beliebt, fleißig und engagiert. "Er war seit 2019 da, er war ein sehr beliebter Lehrer, auch weil er sehr witzig war. Er war nett, sehr fleißig, didaktisch hervorragend." Gleichzeitig vermutet Rockenschaub heute, der Mann sei psychisch krank gewesen. "Ich glaube, dass er einfach krank war. Das ist meine Einschätzung, er war psychisch, seelisch krank."

Über das Opfer spricht der Direktor mit großer Wertschätzung. Die 28-Jährige sei "eine extrem hilfsbereite, empathische, liebevolle Frau mit enormer Ausstrahlung" gewesen. Sie habe sich rasch ins Kollegium integriert und ihre fachliche Kompetenz eingebracht.

Direktor wusste von Verliebtheit

Nach Angaben Rockenschaubs habe ihn die Mutter des späteren Täters vor rund drei Monaten darüber informiert, dass ihr Sohn in seine Kollegin verliebt sei und es ihm deshalb schlecht gehe. Er habe versprochen, auf den Lehrer zu achten, ihn aber auf Wunsch der Mutter nicht direkt darauf anzusprechen.

Dass der Lehrer im Frühjahr eine Waffe gekauft hatte, bewertet der Direktor heute als mögliches Warnsignal. "Die hat er sich gekauft, um sich zu töten, davon bin ich überzeugt."

Nach der Tat habe es Überlegungen gegeben, ob die Schule bis zum Ferienbeginn geschlossen bleiben solle. Davon habe man jedoch Abstand genommen. "Das wäre aber total verkehrt gewesen, denn nur mit der Gemeinschaft kann die Verarbeitung gelingen."

Auch das kommende Schuljahr werde anders verlaufen. Dennoch wolle die Schule nach vorne blicken. "Wir werden Schule machen, wir werden unser Bestes geben." Die gemeinsame Bewältigung der Ereignisse könne für die Schülerinnen und Schüler langfristig wichtig sein. "Dass Resilienz nicht nur ein Wort, sondern etwas ist, das funktioniert – aber nicht alleine, sondern nur in der Gemeinschaft."

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 26.06.2026, 08:45, 26.06.2026, 08:18
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