Ein bitterer Anstieg von 5,4 Prozent: 410 Unternehmen mussten im ersten Halbjahr 2026 in Oberösterreich Insolvenz anmelden. Das sind mehr als drei Firmenpleiten pro Tag, rechnet der Kreditschutzverband vor.
Erneut besonders betroffen: Handel, Bau sowie Hotellerie und Gastronomie. Einmal mehr schuld daran: schwächelnder Konsum, hohe Kosten und teures Personal. Ebenfalls herausfordernd: Die exportorientierten oberösterreichischen Betriebe stehen im intensiven Wettbewerb mit Ländern wie China und osteuropäischen Produktionsstandorten.
Unrühmlicher dritter Platz
In Wien gingen die Insolvenzen in den ersten sechs Monaten 2026 zwar um 4,6 Prozent zurück. Mit 1.291 Fällen lag das Bundesland aber unangefochten auf Platz eins.
Dahinter folgte Niederösterreich (569; plus 2,5 Prozent) und Oberösterreich (410).
Die mit Abstand wenigsten Insolvenzen gab es in Vorarlberg: 101. Verglichen mit der Vorjahresperiode bedeutet das aber dennoch einen Anstieg von 38,4 Prozent.
Auch bei den Wirten hat sich die Situation weiter zugespitzt. "Die Gründe dafür sind seit Monaten ähnlich: Hohe Betriebs- und Lohnkosten führen häufig zu verkürzten Öffnungszeiten und müssen die notwendigen Einnahmen in entsprechend kürzerer Zeit erwirtschaftet werden", erklärt Petra Wögerbauer vom Linzer Standort des Kreditschutzverbandes.
Wie geht es in den kommenden Monaten weiter? Die Lage sei laut KSV generell fordernd – die Industrie-Rezession treffe Oberösterreich aber stärker als andere Regionen. Aus heutiger Sicht werde es zu Jahresende knapp so viele Unternehmensinsolvenzen geben wie 2025.
Ein kleiner Lichtblick: Wirtschaftsforscher erwarten eine eher abschwächende Inflation. Wie sehr das zu einer kurz- bis mittelfristigen finanziellen Entlastung der Firmen führt, bleibt aber noch abzuwarten.