Tragödie in Taufkirchen

Bluttat in Schule: Rätsel um Psycho-Test vor Waffenkauf

Nach der Bluttat in einer Schule in Oberösterreich sind die Ermittlungen abgeschlossen. Eine Frage sorgt aber weiter für Diskussionen.
Oberösterreich Heute
26.06.2026, 19:10
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Zwei Wochen nach der Bluttat an der Bilger-Breustedt-Mittelschule in Taufkirchen an der Pram sind die strafrechtlichen Ermittlungen beendet. "Die Ermittlungen sind eingestellt, alle relevanten Fragen sind geklärt", sagt Alois Ebner von der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis gegenüber "Heute".

Doch obwohl der Fall juristisch abgeschlossen ist, bleiben einige Rätsel. Das wohl größte: Wie konnte der spätere Täter überhaupt legal eine Schusswaffe erwerben?

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Fest steht: Der 29-jährige Lehrer erfüllte alle gesetzlichen Voraussetzungen. Erst im Frühling machte er den Waffenschein. Auch die dafür verpflichtende waffenpsychologische Untersuchung bestand er offenbar ohne Probleme. Wenige Wochen später tötete er seine Kollegin Sarah K. (Name geändert) in der Schulbibliothek und nahm sich anschließend selbst das Leben.

Dabei soll die sogenannte Verlässlichkeitsprüfung genau solche Risiken erkennen. Jeder Antragsteller muss dafür ein rund ein- bis zweistündiges Gutachten bei einer gesetzlich ermächtigten psychologischen Stelle absolvieren. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht Wissen über Waffen oder Intelligenz, sondern ausschließlich Persönlichkeit und charakterliche Eignung.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >

Die Psychologen führen zunächst ein persönliches Gespräch, in dem unter anderem die Beweggründe für den Waffenkauf, die Lebenssituation sowie mögliche psychische Erkrankungen besprochen werden. Danach folgen standardisierte Computer-Tests. Während der gesamten Untersuchung beobachten die Experten außerdem das Verhalten des Bewerbers.

Geprüft wird vor allem, wie belastbar jemand unter Stress ist, wie gut Impulse kontrolliert werden können und ob ein verantwortungsvoller Umgang mit Schusswaffen zu erwarten ist. Spezielle Kontrollmechanismen sollen zudem erkennen, wenn Bewerber versuchen, sich bewusst besser darzustellen.

Keine Auffälligkeiten

Im Fall des Taufkirchner Lehrers stellte die Untersuchung offenbar keine Auffälligkeiten fest. Genau das wirft nun Fragen auf. Denn nach Einschätzung des Schuldirektors hatte der spätere Täter seine psychischen Probleme über lange Zeit erfolgreich verborgen. Im Interview mit den "OÖN" sagte Hans Peter Rockenschaub, sein Kollege habe "diese Rolle so gut gespielt", dass niemand etwas bemerkt habe.

Seit dem Frühjahr 2026 gelten für die waffenpsychologische Untersuchung deutlich strengere Regeln. Die Gutachten wurden erweitert, gleichzeitig stiegen die gesetzlich geregelten Kosten auf rund 815 Euro. Fällt die Beurteilung negativ aus, wird die Waffenbehörde automatisch informiert. Zusätzlich gilt eine sechsmonatige Sperrfrist, bevor ein neuer Antrag gestellt werden kann.

Ob selbst die verschärften Regeln den Täter erkannt hätten, bleibt offen. Der Fall von Taufkirchen zeigt jedenfalls, dass auch umfangreiche psychologische Tests keine absolute Sicherheit garantieren.

{title && {title} } red, {title && {title} } 26.06.2026, 19:10
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