Prozess in Wien

Bluttat auf Friedhof – Acht Jahre Haft für 14-Jährige

Eine 14-Jährige soll am Friedhof Baumgarten eine Pensionistin mit 82 Messerstichen getötet haben. Nun wurde sie dafür am Wiener Landl verurteilt.
Thomas Peterthalner
17.06.2026, 14:20
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Acht Jahre Haft lautet das Urteil im Prozess gegen eine 14-Jährige am Wiener Landl. Sie wird außerdem in einem forensisch-therapeutischen Zentrum untergebracht. Denn laut Gutachten ist sie weiterhin gefährlich. Schon bisher wurde sie im Maßnahmenvollzug in Asten (OÖ) psychologisch betreut. Das Mädchen soll im Februar eine Pensionistin am Friedhof Baumgarten mit 82 Messerstichen getötet haben, vor Gericht bekannte sie sich schuldig, zeigte sich geständig.

"Gefühl, ich muss jemanden töten"

Reue war aber keine zu erkennen. "Ich habe das Gefühl gehabt, jemanden töten zu müssen", so die Jugendliche. "Ich wollte schon, dass sie tot ist." Die 64-Jährige sei ein Zufallsopfer gewesen. "Dass ich jemanden umgebracht hatte, fühlte sich neu und kräftig an", ließ sie die völlig schockierten Zuhörer wissen. "Es hätte auch ein Mann sein können."

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"Wollte Leiche essen"

"Man muss sich schon fragen, wie es so weit kommen konnte", so Star-Verteidigerin Astrid Wagner, die gemeinsam mit Dominique Perl in der Causa vertrat. "Sie wollte wissen, wie es ist, jemanden zu töten oder eine Leiche zu essen."

Star-Anwältin Astrid Wagner vertrat in der Causa am Wiener Landl.
Denise Auer

Brief mit Blut besudelt

Hilferufe der 14-Jährigen habe es gegeben, so Wagner. "Sie hat einen Brief geschrieben, der mit Blut besudelt war. 'Ich werde in ein kaltes Krankenhaus gesteckt. Der Schmerz umarmt mich so fest, wie mein bester Freund", las Wagner vor. Wegen Drogenmissbrauch und Selbstverletzungen wurde die 14-Jährige mehrmals stationär im AKH aufgenommen. Unter dem Einfluss von Beruhigungspillen ritzte sich die Jugendliche die Arme auf, einmal sogar bis zum Knochen. "Das fühlte sich frisch und glücklich an", so die 14-Jährige vor Gericht.

Emotionslose Angeklagte

Die Mutter war mit ihrem Kind nicht mehr zurechtgekommen, gab die 14-Jährige in die Obhut der Kinder- und Jugendhilfe (MA 11). Bis zuletzt wurde die Jugendliche dort betreut. "Sie hatte eine Faszination für Friedhöfe, das war bekannt", so eine WG-Betreuerin im Zeugenstand. "Es gab schon länger keine Vorfälle mehr mit ihr. Ich dachte, sie wäre auf dem Weg der Besserung." Das Mädchen sei generell emotionslos gewesen und habe "wenig Teilnahme" gezeigt.

Blutige Hände

Am Tattag sei die 14-Jährige am Nachmittag wieder in die WG zurückgekommen. "Mir sind sofort ihre blutigen Hände aufgefallen", so die Betreuerin. Auch die Handyhülle war voller Blut." Wenige Minuten später war die Polizei vor Ort, die Jugendliche wurde festgenommen. "Der leere Blick war allgegenwärtig", so die Betreuerin über die 14-Jährige.

Maximal 10 Jahre

Der Strafrahmen für Mord liegt bei Jugendlichen von14 bis 16 Jahren zwischen einem und zehn Jahren Haft. Der Fall wurde deshalb auch vor einem Schöffen- und nicht vor einem Geschworenengericht verhandelt. Der Spruch ist noch nicht rechtskräftig, die Unschuldsvermutung gilt.

{title && {title} } pet, {title && {title} } Akt. 17.06.2026, 14:41, 17.06.2026, 14:20
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