Laute Explosionen, verängstigte Anrainer und gefährliche Knallkörper: In der Mitterhofergasse und der Großfeldsiedlung in Wien-Floridsdorf sorgen Böller derzeit für Ärger. Immer mehr Beschwerden landen bei der Bezirksvorstehung. Jetzt reagieren Polizei und Bezirk mit verstärkten Kontrollen.
Die Situation dürfte sich heuer besonders früh zugespitzt haben. "Auch wir haben eine erhöhte Beschwerdelage im Zusammenhang mit Lärmbelästigung und tatsächlich zeigt sich, dass heuer zeitiger als sonst mit dem Böllern begonnen wurde und mit mehr Intensität", berichtet Floridsdorfs Stadtpolizeikommandant Oberst Michael Holzgruber.
Gemeinsam mit Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ) machte er sich am Mittwoch in der Mitterhofergasse ein Bild von der Lage. Die wiederholten Detonationen belasten nicht nur die Bewohner, sondern auch Tiere. Zudem wächst die Sorge um die Sicherheit in den betroffenen Wohnhausanlagen.
Die Polizei hat bereits reagiert und ihre Präsenz in dem Gebiet verstärkt. Streifen sind nun in kürzeren Abständen unterwegs. Auch die Polizeidiensthundestaffel aus Strebersdorf kommt zum Einsatz. Die Vierbeiner sollen mögliche Verstecke von pyrotechnischen Gegenständen im dichten Buschwerk der Wohnhausanlagen aufspüren.
Papai hat sich auch an Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) gewandt. In einem Schreiben fordert er, dass die Ordnungsberater von Wiener Wohnen verstärkt in den betroffenen Anlagen eingesetzt werden.
Der Bezirkschef will das Problem allerdings nicht nur vor Ort bekämpfen, sondern bereits beim Verkauf der gefährlichen Knallkörper ansetzen. Schon nach den Vorfällen zum Jahreswechsel 2022/23 in der Mitterhofergasse hatte Papai auf illegal eingeführte Böller aufmerksam gemacht und verstärkte Einfuhrkontrollen in der Vorweihnachtszeit erreicht.
Jetzt geht er einen Schritt weiter: In einem Schreiben an Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) fordert er diplomatische Maßnahmen gegen den Verkauf gefährlicher Pyrotechnik im benachbarten Ausland. Konkret spricht sich Papai für Verkaufsverbote aus, um die illegale Einfuhr nach Österreich möglichst schon an der Quelle zu verhindern.
"Mir ist wichtig, dass sich alle Menschen in Floridsdorf sicher fühlen. Wenn Böller gezielt gezündet werden und Menschen dadurch verängstigt oder gefährdet werden, hört für mich jeder Spaß auf", betont Papai.