Der argentinische Boxsport hat eine seiner bekanntesten Persönlichkeiten verloren. Jorge "Locomotora" Castro ist am Mittwoch im Alter von 59 Jahren gestorben. Der ehemalige Mittelgewichts-Weltmeister erlitt während eines Besuchs in einer Bingo-Halle einen Herzinfarkt.
Castro war gemeinsam mit seiner Tochter Quimely und deren Mutter unterwegs, als er plötzlich über Schmerzen in der Brust klagte. Seine Tochter schilderte später die dramatischen Minuten. Zunächst habe ihr Vater noch selbstständig die Toilette aufgesucht, kurz darauf hätten die Beschwerden stark zugenommen. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen konnte der frühere Champion nicht gerettet werden.
"Es war ein Herzinfarkt. Alles dauerte nur etwa 15 Minuten", erklärte Quimely gegenüber argentinischen Medien. Nach Angaben der Familie bestätigten die Behörden eine natürliche Todesursache. Die Nachricht löste in Castros Heimat große Bestürzung aus.
Der unter dem Spitznamen "Locomotora" bekannte Boxer bestritt während seiner rund 20-jährigen Profikarriere insgesamt 144 Kämpfe. Seinen größten Erfolg feierte er 1994, als er Reggie Johnson besiegte und sich den WBA-Weltmeistertitel im Mittelgewicht sicherte. Auch gegen Größen wie Roberto Duran und Roy Jones Jr. stand er im Ring.
Besonders in Erinnerung blieb sein spektakulärer K.o.-Sieg gegen David Jackson. Nach einem über weite Strecken aussichtslos wirkenden Kampf drehte Castro das Duell in der neunten Runde mit einem überraschenden Niederschlag. In den sozialen Netzwerken verabschiedeten sich zahlreiche Fans von der Box-Legende. Castro hinterlässt 15 Kinder und 14 Enkelkinder.