Zu dem verheerenden Brand kam es frühmorgens am 28. April. "Ich bin um 3.30 Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen", erzählt Barbara S. im "Heute"-Gespräch. Nach einigen Hausarbeiten bemerkte sie gegen 4 Uhr früh, dass der Bewegungsmelder im Garten dauerhaft leuchtete. Als sie die Terrassentür öffnete, war es bereits zu spät: "Da sind mir die Flammen schon entgegengeschlagen."
Die 46-Jährige lief sofort in den ersten Stock, riss ihren achtjährigen Sohn Alois aus dem Schlaf und flüchtete mit ihm nach draußen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Feuer bereits auf die Fassade übergegriffen. Mutter und Sohn waren im Garten zwischen Rauch, Flammen und dem brennenden Haus gefangen. Feuerwehrleute hoben die beiden schließlich über den Sichtschutz des Gartenzauns in Sicherheit und löschten im Großaufgebot die lodernden Flammen.
Besonders tragisch: Die sechs Katzen der Familie sowie die Fische im Aquarium konnten nicht mehr gerettet werden. Die Urne von Barbaras verstorbenem Mann wurde durch Löschwasser undicht. Die Aluminium-Urne von Barbaras Tochter war später gar nicht mehr auffindbar.
Barbara und ihr Sohn mussten im Pyjama und in Schlapfen mitansehen, wie ihr Zuhause niederbrannte. Beide kamen ins Spital, eine Rauchgasvergiftung blieb ihnen zum Glück erspart.
Als vermutete Brandursache gilt laut Barbara ein Batterie-Erhaltungsgerät ihres Motorrads, das neben dem Haus angeschlossen war. Von dort breiteten sich die Flammen über Fassade und Dämmung über die Hausseite bis zum Dach aus.
Jetzt brauchen Barbara und ihr Sohn Alois Unterstützung mehr denn je:
Kontoempfänger: Alois Schmitner
IBAN: AT04 3290 4000 0003 1963
Das Fertigteilhaus aus Holz wurde durch den Brand völlig zerstört. Auch die beiden angrenzenden Reihenhäuser wurden durch Feuer, Rauch und Löschwasser schwerbeschädigt. Alle drei Gebäude müssen laut Barbara abgerissen werden.
Besonders schwer wiegt für Alois der Verlust seines Katers "Skimple". Barbara im "Heute"-Gespräch: "Mein Sohn ist acht Jahre alt, aufgrund seiner Beeinträchtigung hat er die geistige Reife eines 4- bis 5-Jährigen. Er kommt immer wieder zu mir und sagt, Mama, mein Kater ist tot. Er ist nicht mehr da. Dabei war 'Skimple' wie ein Therapiekater für meinen Sohn. Es war sein Seelenkater."
Nach dem Brand vermittelte die Genossenschaft dem Mutter-Sohn-Duo eine Wohnung in Waidhofen. Im Ort gab es rasch große Hilfsbereitschaft: Kleidung, Spielsachen und Kindergewand wurden gespendet, der Elternverein von Alois´ Schule brachte ihm das Nötigste sofort ins Krankenhaus, als er dort kurz nach dem Brand untersucht wurde.
Dazu kamen finanzielle Soforthilfen von Caritas und Volkshilfe in der Höhe von insgesamt 2.250 Euro. "Das klingt zunächst nach viel und ich bin auch von Herzen dankbar, aber ich muss meinem Kind und mir völlig neue Kleidung kaufen und die neue Wohnung damit einrichten. Mit 2.250 Euro komme ich nicht weit", so die Mutter.
Kritik übt Barbara besonders an der Verteilung eines Spendenkontos der Gemeinde. Sie wundert sich, dass die Auszahlung der Spendengelder erst drei Monate nach dem Brand erfolgte. Rund 9.500 Euro seien insgesamt zusammengekommen. Die Summe wurde aber nicht zu gleichen Teilen auf die drei Reihenhäuser verteilt, sondern nach der Zahl der dort gemeldeten Personen.
Weil Barbara und ihr Sohn nur zu zweit wohnten, erhielten sie insgesamt 1.900 Euro – und damit weniger als beide anderen Reihenhäuser, die laut der Mutter weniger von dem Brand betroffen waren als sie. Barbara: "Wir bekamen die geringste Hilfe, nur, weil wir zu zweit gewohnt haben!"
"Mir geht es nicht um Geld. Mir geht es um Gerechtigkeit", sagt die 46-Jährige. Jedes der drei Häuser habe schwere Verluste erlitten, daher hätte das Geld ihrer Ansicht nach nach Haushalten aufgeteilt werden sollen.
Thayas Bürgermeister Eduard Köck (VP) verteidigt auf "Heute"-Anfrage die Entscheidung. Das Konto sei länger geöffnet geblieben, weil laufend Spenden eingegangen seien.
Köck: "Alle 3 Häuser wurden bereits abgetragen, da diese offensichtlich von der Versicherung als nicht mehr benutzbar eingestuft wurden. Die Darstellung, es wäre noch etwas benutzbar gewesen, ist eine sehr einseitige. Das sollte man woanders hinterfragen, ob verrauchte und vernässte Kleider und Möbel noch unproblematisch benutzbar sind."
Und weiter: "Die Verteilung der Spendengelder pro Person wurde auch mit der Landesbehörde abgeglichen und im Gemeinderat einstimmig beschlossen."