Mitten in der Zürcher Altstadt stand in der Nacht auf Montag (26. Jänner) ein traditionsreiches Gebäude in Flammen: Der Freimaurer-Tempel auf dem Lindenhof wurde beim Brand schwer beschädigt. Die Ursache ist noch unklar, doch zwei Mitglieder der Loge Modestia cum Libertate sind überzeugt: Es war kein Unfall.
"Jemand muss in der Nacht ins Gebäude eingebrochen sein", sagt ein Freimaurer zum "Tages-Anzeiger". Laut seinen Angaben wurden historische Bilder und wertvolle zeremonielle Gegenstände gestohlen – zurück blieben nur leere, eingeschlagene Vitrinen.
"Es ist eine absolute Katastrophe", so ein weiteres Logenmitglied, das die 1853 errichtete Liegenschaft verwaltet. Besonders betroffen ist der mittlere Stock mit dem prunkvollen Tempelsaal – er wurde völlig verkohlt. Die Loge im untersten Stock sei vom Löschmittel gänzlich geflutet worden.
Die betroffene Freimaurer-Loge Modestia cum Libertate im Lindenhof zählt rund 130 männliche Mitglieder. Sie ist laut "20 Minuten" die größte der acht Zürcher Logen.
Ein Zusammenhang mit Verschwörungstheorien wird nicht ausgeschlossen. Erst zwei Tage zuvor hatten "Weltwoche"-Herausgeber Roger Köppel und Christoph Mörgeli ein Video über Freimaurer veröffentlicht – unter dem sich zahlreiche hetzerische Kommentare fanden. Darin heiß es wiederholt, die Loge sei ein "okkulte Geheimbund" würde "Satanismus praktizieren".
Laut Polizei kann ein Delikt aktuell nicht ausgeschlossen werden. Es wurde ein Einbruch in ein Nebengebäude gemeldet. Ob dieser mit dem Brand zusammenhängt, wird nun von Brandermittlern und dem Forensischen Institut Zürich untersucht. Der Schaden: mehrere hunderttausend Franken. Teile des Gebäudes sind einsturzgefährdet.