Brief an Van der Bellen kostet LKH-Therapeuten den Job

Dieses Schreiben an Van der Bellen und Schallenberg kostet einen Physiotherapeuten am LKH Bruck den Job.
Dieses Schreiben an Van der Bellen und Schallenberg kostet einen Physiotherapeuten am LKH Bruck den Job.Jeff Mangione / KURIER / picturedesk.com; Screenshot Facebook
Angeblich im Namen von 450 Mitarbeitern verfasste der steirische LKH-Therapeut einen impfkritischen Brief an die Staatsspitze. Das hat nun Folgen.

Aktuell sorgt ein Schreiben, adressiert an Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Alexander Schallenberg und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein, für Aufregung im Internet. Darin spricht sich ein Angestellter des LKH Hochsteiermark am Standort Bruck an der Mur im Namen von 450 Mitarbeitern gegen eine Impfpflicht aus.

Zwar würde man alles für die Gesundheit der eigenen Patienten tun, doch eine Impfpflicht sei ein Verstoß gegen die persönlichen Freiheitsrechte und die körperliche Unversehrtheit, wird darin argumentiert. Auch den dritten Stich lehne man ab. Signiert wurde das Schreiben namentlich von einem Mitarbeiter, der als Physiotherapeut in der Klinik tätig ist – beziehungsweise war.

Der Brief war an Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Alexander Schallenberg adressiert.
Der Brief war an Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Alexander Schallenberg adressiert.FLORIAN SCHROETTER / APA / picturedesk.com

Dienstverhältnis endet

Denn wie die "Kleine Zeitung" nun berichtet, habe dieser Brief bei der steirischen Krankenanstaltengesellschaft KAGES alle Alarmglocken schrillen lassen. Würde ein Zehntel der Mitarbeiter in den Kliniken die Arbeit niederlegen, stünde man schon vor großen Problemen. Fielen plötzlich Hunderte weg, bräche die Versorgung zusammen, die Spitäler wären nicht mehr arbeitsfähig.

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Mit dem schreibfreudigen Mitarbeiter habe man bereits das Gespräch gesucht, so ein Spitalsvertreter. Die Konsequenz: der junge Mann wird künftig nicht mehr in KAGES-Einrichtungen tätig sein. Sein Dienstverhältnis sei von vornherein befristet gewesen und werde – nachdem der Resturlaub verbraucht wurde – nicht verlängert. 

Keine Solidarität der Mitarbeiter

"Hier geht es auch darum, dass er als vermeintlicher Sprecher von 450 Mitarbeitern auftritt", erklärt KAGES-Sprecher Reinhard Marczik gegenüber der "Kleinen Zeitung" weiter. Offenbar hatte der Mann aber gar nie die Belegschaft in dieser Sache hinter sich, denn man habe, laut Marcik, keine weiteren Mitarbeiter gefunden, die sich mit dem betroffenen Physiotherapeuten solidarisiert hätten.

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Eine breite Ablehnung gegen die Impfung sei in den KAGES-Kliniken nicht zu erwarten. Unter den Ärzten betrage die Impfquote satte 95 Prozent und bei den Pflegern seien ebenfalls vier von fünf geimpft.

KAGES-Chef trat wegen Impfung zurück

Dass aber doch auch in den Gesundheitsberufen mit der Impfung gehadert wird, zeigt auch der Fall des früheren KAGES-Chefs Karlheinz Tscheliessnigg (74). Der Spitälerchef trat kürzlich überraschend zurück, als er unabsichtlich ausplauderte, auch nach fast einem Jahr der Verfügbarkeit von Impfstoffen selbst nicht geimpft zu sein. Mehr dazu hier >

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