Neue Enthüllungen aus den Epstein-Akten werfen ein Schlaglicht auf brisante Pläne im Umfeld von Donald Trump. Im Zentrum steht ausgerechnet der frühere Chefstratege des US-Präsidenten: Steve Bannon soll versucht haben, Papst Franziskus politisch zu attackieren – mit Unterstützung von Jeffrey Epstein.
Ende Jänner veröffentlichte Unterlagen des US-Justizministeriums legen nahe, dass der 72-Jährige nicht nur wiederholt Kontakt zu dem bereits verurteilten Sexualstraftäter hatte, sondern ihn offenbar auch für ein heikles Vorhaben gewinnen wollte. Die Dokumente aus dem Gerichtsverfahren gegen Epstein belegen Treffen und einen regelmäßigen Austausch von Textnachrichten zwischen den beiden.
Laut einem Bericht von CNN, der sich auf das vom US-Justizdepartement veröffentlichte File EFTA01615950 stützt, suchte Bannon die Nähe des einflussreichen Finanziers, um das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche politisch zu schwächen.
Bannon, der während Trumps erster Amtszeit nach sieben Monaten als Berater des Präsidenten entlassen wurde, verfolgte seit Jahren eine "souveränistische" Agenda. Über Plattformen wie "Breitbart News" unterstützte er nationalistisch-populistische Bewegungen – sowohl in den USA als auch in mehreren europäischen Ländern.
Papst Franziskus galt ihm dabei offenbar als klarer Widersacher. Der Pontifex hatte sich immer wieder für Migration ausgesprochen und Nationalismus kritisiert – Positionen, die Bannons politischer Linie diametral entgegenstanden.
In einer Textnachricht aus dem Juni 2019 schrieb Bannon an Epstein: "Will take down (Pope) Francis". In einer weiteren Mitteilung setzte er Franziskus mit politischen Gegnern wie den Clintons, Chinas Staatschef Xi Jinping sowie der Europäischen Union gleich.
Bereits 2014 hatte Bannon ein "Breitbart"-Büro in Rom eingerichtet – ein Schritt, der als Teil seines Versuchs gewertet wird, Einfluss im katholischen Umfeld zu gewinnen.
Aus den Chatnachrichten geht zudem hervor, dass Bannon offenbar plante, gemeinsam mit Epstein das Buch "In the Closet of the Vatican" des französischen Journalisten Frédéric Martel zu verfilmen. Das 2019 veröffentlichte Werk sorgte international für Aufmerksamkeit, da es Doppelmoral und Geheimhaltung im Vatikan thematisierte.
Bannon schlug laut den Dokumenten vor, Epstein als Executive Producer für das Filmprojekt einzusetzen. Zur Umsetzung kam es jedoch nicht. Martel erklärte später, Bannon habe versucht, das Buch politisch zu instrumentalisieren.