"Da herrschte Bürgerkrieg"

Brutale Massenschlägerei zwischen Syrern und Kosovaren

In steirischen Hauptstadt Graz prügelten sechs Männer an einer Tankstelle aufeinander ein. Vor Gericht setzte es nun teils lange Haftstrafen.
André Wilding
10.06.2026, 08:32
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Mitten am Tag eskalierte im Grazer Bezirk Lend eine Auseinandersetzung völlig. An einer Tankstelle gingen im Februar drei Syrer und drei Kosovaren aufeinander los. Rundherum waren auch unbeteiligte Zeugen, darunter Familien mit Kindern.

Ein Anwalt schilderte die Szenen gegenüber der "Kleinen Zeitung" drastisch: "An der Tankstelle waren Familien mit kleinen Kindern, die wollten nur ihr Auto waschen. Aber plötzlich geht‘s los: Es wird ein Baseballschläger genommen, auf den Schädel eines am Boden liegenden Mannes eingetreten. Dort herrschte Bürgerkrieg. Wenn es schlecht läuft, stirbt einer".

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Auslöser soll ein Streit um eine Frau gewesen sein. Ein Verteidiger sprach von einer gezielten Provokation: "Es war eine bewusste Provokation, über Nachrichten wurde mein Mandant getriggert. Es folgte seinerseits ein massiver Adrenalinausstoß", so der Anwalt gegenüber der Tageszeitung.

"Mandant bangt um sein Augenlicht"

Das sorgte bei einem anderen Anwalt für Empörung: "Unglaublich, derart ein solches Verhalten zu rechtfertigen. Mein Mandant hat einen Augenhöhlenbruch erlitten, bangt noch immer um sein Augenlicht."

Überwachungsvideos zeigten laut Gericht, wie ein Syrer mit dem Auto in die Tankstelle raste. Ein Kosovare konnte sich nur mit einem Sprung vor dem Pkw retten. Danach kam es zu heftigen Szenen mit Fäusten, Baseballschlägern und einem Wagenheber.

Am Straflandesgericht Graz warf Staatsanwältin Julia Steiner allen sechs Angeklagten Raufhandel vor. Bei den Haupttätern kamen Nötigung und versuchte absichtliche schwere Körperverletzung dazu. Alle sechs Männer im Alter von 21 bis 28 Jahren sind vorbestraft.

Richter findet deutliche Worte

Richter Andreas Lenz fand klare Worte! "Kein Mensch benötigt in Österreich einen Schlagring oder Baseballschläger im Auto, um andere zu verprügeln", wird Lenz in der Tageszeitung zitiert. Die Angeklagten zeigten sich großteils geständig.

Das Schöffengericht verhängte laut "Kleine Zeitung" gegen das kosovarische Trio Strafen zwischen Diversion und acht Monaten unbedingter Haft. Deutlich härter fiel das Urteil für die drei Syrer aus: Sie müssen zweieinhalb bis sechs Jahre ins Gefängnis.

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