Riesiger Andrang am Wiener Landl. Dutzende Beteiligte, Sozialarbeiter und Multi-Kulti-Unterstützer der zwölf Angeklagten tummelten sich kurz vor Prozessbeginn am Gang, drängten sich in den Saal. Auf der Anklagebank mussten elf Jugendliche und ein 57-jähriger Vater eines der Angeklagten zusammenrutschen und sich seit Freitag wegen "sehr, sehr schlimmen" Vorwürfen verantworten – wir berichteten.
Laut Anklage fanden sich sieben Burschen und vier Mädchen sind zwischen 15 und 19 Jahren am 6. Oktober zusammen, um eine gezielte "Racheaktion" auszuführen, nachdem der 57-Jährige mit einem weiteren Opfer von mehreren Jugendlichen bei der U2-Station Aspernstraße von einer E-Scooter-Gang, die Treppe heruntergestoßen und attackiert worden sein soll. Die Attacke endete mit Knochenbrüchen.
"Machts was", habe der Verletzte seinem Sohn aus dem Spital aufgetragen. Der schwor daraufhin offenbar Rache und spürte laut Anklage gemeinsam mit Freunden die mutmaßlichen Gegner einen Tag später am Wonkaplatz auf. Mehrere der Jugendlichen wurden mit einem Video vom Vorfall aufgestachelt oder mit einer Gratistätowierung beim Papa gelockt.
Gemeinsam wurden die Opfer – von denen lediglich einer an der Attacke auf den Vater beteiligt gewesen sein dürfte – attackiert, bewusstlos geschlagen und über eine Stiege geschleift. Der massivste Vorwurf: Ein Opfer soll auf Initiative eines 18-Jährigen (Spitzname "Psycho") sogar mit einem Ast vergewaltigt worden sein, habe daraufhin auch noch ein "Dankesvideo" drehen müssen. Die verstörenden Clips mit johlenden Jugendlichen im Hintergrund machten im Anschluss auf Snapchat die Runde, Teile der Attacke wurden auch live gestreamt.
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Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Gewaltschutzzentren: +43 1 585 32 88
Weisser Ring: 0800 112 112
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Wenn auch du unter Depressionen oder an psychischen Herausforderungen leidest, dann findest du hier Hilfe:
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595
Die Staatsanwaltschaft wirft den zwölf Angeklagten – darunter dem Vater als Bestimmungstäter – absichtlich schwere Körperverletzung, schweren Raub, Vergewaltigung, Nötigung sowie die Herstellung, Verbreitung und den Besitz von Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger vor. "Das war ein großer Fehler, ich weiß nicht, was ich dabei gedacht habe", nuschelten die Angeklagten ihre Entschuldigungen unisono ins Mikro. Sie bekannten sich größtenteils schuldig. Die Urteile stehen noch aus. Die Unschuldsvermutung gilt.