Verprügelt und missbraucht

Rache für Vater – Horror-Attacke auf drei Jugendliche

Nach einer brutalen Attacke bei der U2-Station Aspernstraße stehen zwölf Personen vor Gericht. Einige Angeklagte bekannten sich teilweise schuldig.
Wien Heute
20.06.2026, 21:00
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Am Wiener Landesgericht hat der Prozess um eine brutale Racheattacke in Wien-Donaustadt begonnen. Zwölf Personen im Alter zwischen 15 und 57 Jahren müssen sich verantworten. "Heute" berichtete über die Attacke nach einem Streit wegen E-Scootern.

Ausgangspunkt war laut Anklage ein Streit am 5. Oktober des Vorjahres. Zwei Väter und ein Freund sollen nach reichlichem Alkoholkonsum mit drei Jugendlichen im Gewerbepark Stadlau aneinandergeraten sein. Der Grund: Die Älteren sollen sich über das E-Scooter-Fahren der Jugendlichen geärgert haben.

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Neun Jugendliche gingen auf drei Burschen los

Einer der Väter wurde dabei geschlagen und über Stufen zur U-Bahn-Station geschubst. Er erlitt einen Rippen- und Nasenbruch – er musste ins Spital eingeliefert werden. Laut Staatsanwaltschaft war der 18-jährige Sohn des verletzten Mannes so erzürnt, dass er seinen besten Freund (18) gebeten haben soll, Rache zu üben.

Am nächsten Tag soll dieser mit acht weiteren Jugendlichen bei der U2-Station Aspernstraße auf die drei Burschen losgegangen sein – an den Verletzungen des Vaters war allerdings nur einer davon Schuld, die anderen zwei waren nur Zeugen.

Opfer musste sich ausziehen, wurde missbraucht

Jener Jugendliche, der den Vater zuvor über die Stiegen gestoßen haben soll, wurde ebenfalls über Treppen geschubst. Danach soll die Gruppe weiter auf ihn eingeschlagen haben, bis er bewusstlos liegen blieb, wie der ORF berichtet. "Man wundert sich, dass er wieder aufgestanden ist", sagte der Staatsanwalt.

Auch die Geldbörse des Opfers soll geraubt worden sein. Danach sollen die Angreifer auf die beiden anderen Burschen losgegangen sein. Ein weiterer 18-Jähriger soll später dazugekommen sein. Er soll laut Anklage dafür verantwortlich sein, dass sich eines der Opfer ausziehen musste und schwer sexuell missbraucht wurde.

Tat wurde gefilmt

Die Geschehnisse wurden auf Videos festgehalten, die zum Teil im Gerichtssaal abgespielt wurden. Darauf sollen sich Mitglieder der Gruppe gegenseitig angefeuert haben, es wurde gelacht und gejohlt.

Der 56-jährige Vater sitzt ebenfalls auf der Anklagebank. Ihm wird Beitragstäterschaft angelastet, weil er sich nach der Tat bei den Jugendlichen bedankt haben soll, dass sie so gut auf ihn aufpassen.

Vier Angeklagte kamen direkt aus der Haft

Der Gruppe werden unter anderem absichtlich schwere Körperverletzung, Raub, Vergewaltigung, Nötigung sowie das Herstellen und der Besitz von bildlichem sexualbezogenen Kindesmissbrauchsmaterial minderjähriger Personen vorgeworfen. Je nach Delikt drohen den Beschuldigten fünf bis 15 Jahre Haft.

Vier Angeklagte wurden aus der Haft vorgeführt. Zwei von ihnen standen bereits wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation vor Gericht. Ihre bedingten Strafen könnten nun widerrufen werden. Die Angeklagten bekannten sich zum Teil schuldig, am 23. Juni wird der Prozess fortgesetzt.

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