Mit Stöcken verprügelt und am Boden liegend getreten! Die US-Fotografin Heidi Levine (63) wurde im Westjordanland Opfer einer brutalen Attacke. Maskierte israelische Siedler gingen auf die Journalistin der "Washington Post" los, obwohl sie durch die Aufschrift "Press" deutlich als Medienvertreterin erkennbar war.
Levine war vor Ort, um über die jährliche Olivenernte zu berichten. Laut der Nachrichtenagentur AP erlitt sie bei dem Angriff vier gebrochene Wirbel und einen Rippenbruch. Ein Finger wurde so schwer verletzt, dass der Knochen freilag. Aus dem Krankenhaus schilderte die 63-Jährige, wie sie zu Boden gestoßen und wiederholt getreten wurde. Helm und Schutzweste dürften Schlimmeres verhindert haben.
Israels Polizei und Armee untersuchen den Vorfall. Die Regierung von Benjamin Netanjahu verurteilte die Gewalt laut "Times of Israel", betonte jedoch, dass der genaue Ablauf noch nicht feststehe. Laut Regierungsangaben waren rund 200 Araber und linke Aktivisten sowie 40 israelische Jugendliche an der Auseinandersetzung beteiligt. Aufnahmen sollen Übergriffe beider Seiten zeigen.
Während Augenzeugen von einem Angriff israelischer Siedler auf palästinensische Olivenbauern berichten, behauptet ein Siedlerrat, Israelis seien zuvor mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden.
Israels Botschafter in Washington, Jechiel Leiter (67), fordert Konsequenzen. Gegenüber CNN verlangte er, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Versäumnisse bei der Verfolgung jüdischer Gewalttäter müssten künftig behoben werden.