Razzien und Festnahmen

Spanien - Internationales Schleppernetzwerk zerschlagen

Spanische Behörden haben ein internationales Schleppernetzwerk zerschlagen, das im großen Stil Menschen von Algerien nach Europa gebracht haben soll.
Newsdesk Heute
07.08.2026, 22:15
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Nach dem Fiasko rund um den Migranten-Ansturm auf Ceuta können die Behörden in Spanien eine Erfolgsmeldung verzeichnen: Die Guardia Civil und die Nationalpolizei haben in internationaler Zusammenarbeit ein weit verzweigtes Schleusernetzwerk zerschlagen. Die Organisation galt als eine der aktivsten und gefährlichsten im Mittelmeerraum, was Menschenschmuggel auf dem Seeweg betrifft.

Das Netzwerk soll Hochgeschwindigkeitsboote genutzt haben, um Drogen nach Algerien zu transportieren - und in umgekehrter Richtung Migranten nach Spanien. Seit Beginn der Ermittlungen im Jahr 2023 konnten die Behörden 64 solcher Fahrten nachweisen - die Bande soll über 2.000 Migranten nach Spanien gebracht und Einnahmen von mehr als 24 Millionen Euro erzielt haben.

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Gefährliches Netzwerk

Wie Mallorcazeitung.es berichtet, hatte die Organisation eine strenge Hierarchie mit klarer Aufgabenverteilung in mehreren spanischen Regionen, darunter Andalusien, Murcia und die Balearen. Es bestanden auch Verbindungen nach Frankreich, Portugal, Italien und Polen. An der Spitze stand ein Anführer, der die Organisation übernahm und für die Finanzierung sorgte.

Innerhalb der Organisation herrschte laut Polizei ein Klima der Gewalt und Einschüchterung. Es gibt Hinweise auf Nötigung, Entführungen und sogar Morddrohungen – sowohl gegen Mitglieder der Bande als auch gegen die geschmuggelten Migranten.

Darüber hinaus war das Netzwerk hochspezialisiert: Leistungsstarke Boote, verschlüsselte Kommunikationssysteme und GPS-Geräte gehörten zur Ausrüstung.

Gefährliche Überfahrten und hohe Preise

Für die Überfahrt eines Migranten verlangte das Netzwerk laut Ermittlern bis zu 12.000 Euro. Die Fahrten waren extrem gefährlich: Bis zu 50 Menschen wurden dicht gedrängt, ohne Rettungswesten und oft nachts über das Meer transportiert. Die Boote waren technisch hochgerüstet, aber Sicherheitsvorkehrungen für die Migranten fehlten meist völlig.

Razzien und Festnahmen

Die Ermittler beschlagnahmten 18 Hochgeschwindigkeitsboote mit einem Gesamtwert von mehr als fünf Millionen Euro. Zudem wurden bei Durchsuchungen unter anderem Bargeld, Drogen, Waffen, Fahrzeuge, Treibstoff und Spezialausrüstung sichergestellt. Insgesamt wurden 17 Immobilien in mehreren spanischen Städten durchsucht.

Auch Vermögenswerte wie Bankkonten, Immobilien und Fahrzeuge mutmaßlicher Führungspersonen wurden eingefroren. In verschiedenen Regionen Spaniens sowie in Algerien wurden insgesamt 78 Verdächtige festgenommen.

Den Beschuldigten werden zahlreiche Straftaten vorgeworfen, darunter Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Menschenschmuggel, Drogen- und Waffenhandel, Geldwäsche, Erpressung und Freiheitsberaubung.

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