Ein nicht eingesetzter Notfall-Pen steht nach dem Tod eines Elfjährigen bei einem Schulausflug im Fokus der Ermittlungen. Der Schüler litt an einer Kuhmilch-Allergie und brach nach einem gemeinsamen Mittagessen zusammen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Lehrkräfte wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen, wie die deutsche "Bild" berichtet.
Der Vorfall ereignete sich am 18. Juni in einem Schullandheim in Aerzen in Niedersachsen. Gegen 13.58 Uhr bekam der Schüler aus der Region Hannover Atemnot und verlor das Bewusstsein. Die Lehrer begannen sofort mit der Reanimation, auch ein Hubschrauber wurde alarmiert. Dennoch konnte der Elfjährige nicht gerettet werden.
Das vorläufige Obduktionsergebnis deutet auf eine schwere allergische Reaktion hin. Ob die Kuhmilch-Allergie tatsächlich zum Tod führte, ist noch nicht endgültig geklärt. Ein allergologisches Gutachten steht aus, Hinweise auf eine andere Todesursache gibt es bisher nicht.
Rund 20 Minuten vor dem Zusammenbruch hatten Schüler und Lehrer gemeinsam zu Mittag gegessen. Die Ermittler prüfen nun, was danach geschah. Der Elfjährige hatte einen Adrenalin-Notfall-Pen dabei, dieser wurde jedoch nicht eingesetzt. Warum, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Die Lehrkräfte betreuten rund 50 Viertklässler. Während der Rettungsmaßnahmen hielten sie die anderen Kinder vom Geschehen fern. Notfallseelsorger kümmerten sich vor Ort um Schüler und Lehrer.