Mutiger Lebensretter

Bub (12) stoppt russische Killerdrohne mit bloßer Hand

Ein Trick, den ihm ein Soldat beigebracht hatte, rettete möglicherweise Leben. Ein 12-Jähriger wurde in der Ukraine zum Kriegshelden.
Newsdesk Heute
16.05.2026, 08:57
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Ein ukrainischer Bub hat mit einer mutigen Aktion das Leben seiner Familie gerettet: Mit bloßen Händen kappte er das Glasfaserkabel einer russischen Drohne und verhinderte so einen tödlichen Angriff. Ein Soldat hatte ihm zuvor den entscheidenden Trick beigebracht.

Der 12-jährige Anatolii Prokhorenko stammt aus einem kleinen Bauerndorf in der nordukrainischen Region Tschernihiw. Auch dort werden die Menschen immer wieder von russischen Drohnen bedroht, die – wie die Bewohner sagen – regelrecht auf "Menschenjagd" gehen. Zivilisten werden von diesen Fluggeräten verfolgt und mit Sprengstoff angegriffen.

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Im April wäre Anatolii mit seiner Familie beinahe Opfer eines solchen Angriffs geworden. An einem Abend saß er auf einem Birnbaum und schnitt für einen Nachbarn einen beschädigten Ast ab. Plötzlich hörte er das Summen einer Drohne, wie "20 Minuten" berichtet.

Der Soldat im Wald

In diesem Moment erinnerte sich der Bub an eine Begegnung im Herbst mit einem Soldaten, der auf Sprengstoff spezialisiert ist. Damals war Anatolii mit seinem Vater im Wald Holz schneiden und beobachtete, wie der Soldat mit dünnen Fäden hantierte.

Bei diesen Fäden handelte es sich um Glasfaserkabel, die Russland für seine Drohnen verwendet. Diese haarfeinen Fäden können sich während des Flugs bis zu 20 Kilometer abrollen und senden Bilder sowie Steuerbefehle zwischen Drohne und Pilot hin und her. Der Vorteil für die russische Armee: Die Verbindung kann nicht einfach gestört werden, selbst auf große Distanz nicht.

Genau so eine Glasfaser-Spur entdeckte Anatolii nun, als er auf dem Baum saß. Sein Vater erzählte gegenüber der "Washington Post": "Im Winter sieht es auf eine gewisse Weise sogar schön aus" – gemeint sind die dünnen Fäden.

Der Soldat, der den Übernamen "Dynamo" trägt, zeigte dem Buben damals drei Methoden, um so ein Glasfaserkabel zu zerstören: Mit Schlaufen und Quetschgriffen. "Dynamo" erklärte Anatolii, dass man nach dem Vorbeiflug der Drohne rund 15 Sekunden warten sollte, um nicht selbst ins Visier zu geraten.

Schlaufe rettet Leben

Anatolii bemerkte das schwarze, gefährliche Fluggerät knapp über dem Boden. Je näher es seinem Haus kam, desto höher stieg es. "Sie hat die Kinder gesehen und begann höher zu steigen. Da wurde mir klar, dass gleich etwas passieren würde", erzählte er der "Washington Post".

Er berichtet weiter, wie er vom Baum sprang, die feinen Glasfasern zwischen die Finger bekam, eine Schlaufe bildete und daran zog. "Ich hatte keine Zeit. Also zählte ich bis zehn und riss sie durch." Durch diese Aktion drehte die Drohne ab und stürzte in ein verwildertes Gelände. "Ich wartete auf eine Explosion, aber es kam nichts."

Während Anatolii in der Ukraine als Held gefeiert wird, machen ihn russische Telegram-Kanäle zur Zielscheibe. Aus Sicherheitsgründen lebt seine siebenköpfige Familie derzeit in einer 2-Zimmer-Wohnung in Tschernihiw, wie die "Washington Post" berichtet.

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