Kriegsziele in weiter Ferne

Putin giert nach mehr – und seine Generäle belügen ihn

Russlands Militär soll Putin überzeugt haben, bis Herbst den gesamten Donbas einzunehmen. Danach könnten neue Forderungen folgen.
Newsdesk Heute
16.05.2026, 06:57
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Russlands Präsident Wladimir Putin will laut einem Bericht der "Financial Times" seine Kriegsziele in der Ukraine massiv ausweiten. Hochrangige russische Kommandanten sollen dem Kreml-Kriegstreiber versichert haben, dass ihre Truppen bis Herbst den gesamten Donbas erobern könnten. Das schildern mehrere Personen mit direktem Draht in den Kreml sowie ukrainische Geheimdienstquellen gegenüber der britischen Tageszeitung.

Demnach plant Putin danach, den Preis für einen möglichen Waffenstillstand weiter in die Höhe zu treiben. Konkret geht es um zusätzliche Gebietsansprüche in der Ukraine. Laut Vadym Skibitskyi, dem stellvertretenden Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, könnte der Kreml nach einem Erfolg im Donbas auch die vollständige Übergabe der Regionen Cherson und Saporischschja verlangen. Beide Gebiete hatte Russland bereits 2022 annektiert – große Teile davon stehen aber weiterhin unter ukrainischer Kontrolle.

Putin soll laut Bericht zuletzt immer stärker auf die Einnahme des Donbas fixiert gewesen sein. Dabei habe er früher intern mehrfach Bereitschaft signalisiert, die Kämpfe entlang der aktuellen Frontlinien einzufrieren. Doch inzwischen lehne er Kompromisse ab.

"Ich habe ihn gedrängt, den Krieg an den derzeitigen Frontlinien zu beenden. Aber er sagt immer wieder: 'Nein, dabei kann ich keine Kompromisse eingehen'", sagte eine Person aus Putins Umfeld laut "Financial Times".

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Putin giert nach mehr

Cherson und Saporischschja hätten für Putin zwar nicht dieselbe symbolische Bedeutung wie die 2014 annektierte Krim oder der Donbas, wo Russland schon seit 2014 einen Stellvertreterkrieg führte. Trotzdem blieben die Regionen ein zentrales Kriegsziel.

Militärisch wäre eine vollständige Einnahme allerdings schwierig. Die größten Städte der beiden Regionen liegen auf der anderen Seite des Flusses Dnipro – auf Gebieten also, die russische Truppen entweder wieder verlassen mussten oder nie kontrollierten. Doch laut mehreren Quellen reichen Putins Pläne womöglich noch viel weiter. Sein eigentliches Ziel sei weiterhin die vollständige Kontrolle der Ukraine bis zum zentralen Fluss Dnipro – inklusive der Hauptstadt Kyjiw und der wichtigen Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer.

"Er wird Saporischschja nicht einnehmen, er wird den Donbas nicht einnehmen, er wird Cherson nicht einnehmen. Aber man darf nicht vergessen: Der Plan war immer, Kyjiw einzunehmen. Die Aufgabe wurde gestellt und muss erfüllt werden", sagte eine Person, die an geheimen Gesprächen zur Beendigung des Krieges beteiligt gewesen sein soll.

Demnach würden Putins Berater ihm derzeit berichten, dass die ukrainische Armee immer stärker unter Druck gerate: "Sie sagen ihm, dass die Ukrainer Probleme haben, ihre Front zusammenbricht und ihnen die Soldaten ausgehen".

Am Samstag deutete Putin selbst an, dass Russlands territoriale Ansprüche noch weiter reichen könnten. Auf die Frage, ob ukrainische Drohnenangriffe eine größere "Sicherheitszone" innerhalb der Ukraine notwendig machen würden, antwortete er: "Sie haben die Frage selbst beantwortet. Wir müssen sicherstellen, dass niemand irgendjemanden bedroht, und das ist alles."

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