Futter-Notstand

"Bürokratiewahnsinn" – Landwirte toben über EU-Regeln

Nach der Dürre wird das Futter knapp: In Kärnten müssen Bauern Heu und Stroh aus dem Ausland zukaufen, während heimische Futtermittel verrotten.
Newsdesk Heute
05.10.2026, 11:01
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Im Sommer suchte eine Dürrewelle Österreich heim. Weil es verboten ist, einige vorhandene Flächen zu mähen, müssen Landwirte nun Futtermittel wie Heuballen und Stroh aus dem Ausland kaufen – zu horrenden Preisen. In Kärnten schlagen nun mehrere Bauern Alarm.

Demnach würden die Preise aufgrund der hohen Nachfrage teilweise verdoppelt werden. Zudem sei die Qualität der importierten Waren oft "richtig schlecht", klagt ein Landwirt aus Hermagor gegenüber der "Krone".

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"Futter verrottet"

Ankäufe in dieser Größenordnung wären allerdings nicht einmal notwendig, wie ein Bio-Landwirt aus Unterkärnten gegenüber der Tageszeitung erklärt. Der Bauer hatte nämlich einen Plan, wie er Kollegen und sich selbst helfen wollte. Dabei habe ihm der Staat jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er spricht von einem "Bürokratiewahnsinn" in Österreich.

So wollte der Landwirt eine Naturschutzfläche mähen und den Ertrag an betroffene Kollegen spenden. Das Problem: Laut EU-Vorschriften muss das gehäckselte Futter auf solchen Wiesen am Boden liegen bleiben. Sie gelten laut dem Landwirtschaftsministerium als "geschütztes Gebiet". Dieses soll "der Erhaltung der biologischen Vielfalt, seltener Arten und wertvoller Lebensräume" dienen.

Gerade aufgrund dieser Vorschrift durfte der Bauer die Fläche nicht mähen. Bei einem Verstoß drohe ihm der Wegfall seiner Prämie. Für den Landwirt ein unverständlicher Zustand: "Und so müssen wir das Heu importieren, während potenzielles Futter am Feld verrottet."

Kritik an Ministerium und Brüssel

Die Sinnhaftigkeit von Blühstreifen für Nützlinge oder den Biodiversitätsschutz wolle er nicht hinterfragen. Allerdings kritisiere der Landwirt, dass in Krisenzeiten keine Ausnahme gemacht werde. Ihm zufolge würden das Ministerium und Brüssel den Bauern hier "Steine in den Weg" legen.

Zudem sei er davon überzeugt, dass ein Mähen der Flächen der Artenvielfalt nicht geschadet hätte. Auch das Häckseln der Wiesen stellte der Mann infrage. Ihm zufolge würden hier Insekten getötet werden. Mähen wäre hingegen schonender.

Angst vor nächster Dürre

Bei der Kärntner Landwirtschaftskammer stoßen die Landwirte damit auf offene Ohren. So befindet auch Präsident Siegfried Huber, dass es möglich sein müsse, Flächen, die für EU-Biodiversitätszwecke stillgelegt sind, in Zeiten von Krisen nutzen zu dürfen. Gerade in Kärnten wären so hunderte Hektar, die man für Futterzwecke hätte einsetzen können, nicht genutzt worden.

Zudem befürchtet man aufgrund des "El Niño"-Wetterphänomens im kommenden Jahr die nächste Dürrewelle. Auf diese müsse man sich bereits jetzt vorbereiten. Die Kammer pocht darauf, "funktionierende Kriseninstrumente" zu schaffen. Von der EU fordere man "mehr Entscheidungsfreiheit vor Ort".

red,Akt. 05.10.2026, 11:06, 05.10.2026, 11:01