Die Pfiffe gegen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) beim Altausseer Kirtag sorgen weiter für politischen Wirbel. Nachdem Meinl-Reisinger hinter den Reaktionen im Bierzelt eine "Störaktion der FPÖ" vermutete, weist die FPÖ diese Darstellung zurück und fordert Konsequenzen.
Während einer kurzen Ansprache der Außenministerin waren im voll besetzten Bierzelt Buhrufe und Pfiffe zu hören. Videos davon verbreiteten sich anschließend in den sozialen Medien – "Heute" berichtete darüber.
Laut FPÖ sollen die Pfiffe nämlich von "einer rund 50-köpfigen Gruppe aus Oberösterreich gekommen sein, die im Ausseerland einen Polterabend feierte". Die Teilnehmer sollen als Erkennungszeichen blaue Hüte getragen haben.
"Womöglich hat der Kopfschmuck Meinl-Reisinger bewogen, die Pfiffe gegen sie automatisch der FPÖ zuzurechnen. Wie auch immer", sagt FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz. Das Verhalten Meinl-Reisingers "mit falschen Anschuldigungen und Beschimpfungen Ausreden für ihre Unbeliebtheit zu konstruieren, sei ein Skandal", tobt Schnedlitz.
"Es ist typisch für die überhebliche und selbstverliebte Art der Außenministerin. Sie kann es sich einfach nicht vorstellen, dass sie jemand nicht sympathisch findet und sie anhimmelt, sondern mit Pfiffen bedenkt. Vielleicht sollte einer ihrer Parteifreunde Meinl-Reisinger in die Realität zurückholen. Die Neos liegen in den Umfragen bei sieben Prozent, sogar vom NEOS-Parteigründer und aus der eigenen Partei kommt massive Kritik an ihrer Person. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass in einem vollbesetzten Bierzelt Menschen sind, die Beate Meinl-Reisinger nicht mögen. Diese Menschen haben in einer Demokratie auch das Recht, das entsprechend kundzutun", so der FPÖ-Generalsekretär.
Und weiter: "In diesem Fall dann aber eine Attacke der FPÖ zu konstruieren und das auch als gesicherte Information so zu verbreiten, das geht einfach nicht. Ich erwarte mir eine Entschuldigung bei der FPÖ und dann den Rücktritt. Jemand, den ein paar Pfiffe im Bierzelt aus der Fassung bringen, der kann unmöglich unser Land international vertreten. Jemand der aufgrund der eigenen schlechten Politik und Unbeliebtheit beginnt andere zu beschuldigen und damit auffliegt, dass diese Schuldzuweisungen frei erfunden sind, kann nicht so tun, als ob nichts passiert sei."
Gerade der Job eines Außenministers verlange Fingerspitzengefühl und diplomatisches Geschick. Persönliche Eitelkeit sei hier fehl am Platz. Aber genau das habe sich am Altausseer Kirtag abgespielt, heißt es in einer Mitteilung der FPÖ.
"Die Buhrufe war nicht die FPÖ, die negativen Kommentare auf Social Media waren nicht die Russen – die Wahrheit ist ganz einfach: Beate Meinl-Reisinger ist einfach eine Politikerin, die beim Volk ganz einfach unten durch ist. Das ist die Wahrheit, und sie selbst daran schuld und niemand anderer. Und deshalb bleibt am Ende des Tages nur ein Schritt, und das ist der Rücktritt von Beate Meinl-Reisinger", so Schnedlitz.