"Bedenkliche Entwicklung"

PISA-Schock – Schüler schwächer bei Lesen und Rechnen

Österreichs Schüler schneiden bei PISA in Lesen und Mathematik schlechter ab. Minister Wiederkehr will nun bei der Digitalisierung gegensteuern.
Lara Heisinger
08.09.2026, 23:34
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Österreichs Jugendliche verlieren beim Lesen und in Mathematik weiter an Boden. Die neue PISA-Studie 2025 zeigt bei den 15- und 16-Jährigen erneut Rückgänge – besser sieht es dagegen in den Naturwissenschaften aus.

Im Schwerpunkt Naturwissenschaften erreichten Österreichs Schüler 497 Punkte. Gegenüber der Erhebung 2022 entspricht das einem Plus von sechs Punkten. Der OECD-Schnitt liegt bei 482 Punkten und damit drei Punkte niedriger als 2022.

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Deutliches Minus beim Lesen

Beim Lesen kamen Österreichs Jugendliche nur noch auf 467 Punkte. Das sind 13 Punkte weniger als bei der letzten PISA-Erhebung. Trotzdem liegt Österreich noch knapp über dem OECD-Schnitt von 461 Punkten. Dort fiel das Ergebnis seit 2022 um 14 Punkte.

Auch in Mathematik ging es nach unten. Österreich erreichte 477 Punkte und damit zehn Punkte weniger als 2022. Der OECD-Schnitt beträgt 463 Punkte und sank im selben Zeitraum um neun Punkte.

Erstmals geprüft wurde zudem der Bereich "Lernen in der digitalen Welt". Österreichs Jugendliche erreichten dabei 509 Punkte und lagen ebenfalls über dem OECD-Schnitt.

Österreich erstmals überall über OECD-Schnitt

Damit liegt Österreich seit Einführung der PISA-Studien erstmals in sämtlichen getesteten Bereichen signifikant über dem jeweiligen OECD-Schnitt. Allerdings ist das mit Ausnahme der Naturwissenschaften und des neuen Bereichs "Lernen in der digitalen Welt" auch darauf zurückzuführen, dass die Leistungen in anderen OECD-Staaten noch stärker zurückgingen.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim Lesen. In Europa erreicht nur noch Irland den ursprünglichen Mittelwert von 500 Punkten. Österreich liegt mit seinen 467 Punkten hinter der Türkei mit 472 und knapp hinter der Schweiz mit 470 Punkten. Deutschland kommt auf 465 Punkte, Finnland auf 474.

Südkorea und Japan an der Spitze

Unter den OECD-Staaten schnitten erneut Südkorea und Japan besonders gut ab. In Europa lagen Estland bei Naturwissenschaften, Mathematik und "Lernen in der digitalen Welt" sowie Irland beim Lesen vorne.

Die höchsten Ergebnisse insgesamt erzielten die separat ausgewerteten chinesischen Provinzen Peking, Shanghai, Jiangsu und Zhejiang. Dort wurden 597 Punkte in den Naturwissenschaften, 527 beim Lesen und 612 in Mathematik erreicht. Singapur kam auf 560, 535 beziehungsweise 563 Punkte.

Wiederkehr sieht "Licht und Schatten"

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) sieht in den Ergebnissen "Licht und Schatten". Österreich befinde sich weiterhin "im internationalen Spitzenfeld" und habe sich in den Naturwissenschaften verbessert. Gleichzeitig gebe es beim Lesen und in Mathematik einen "signifikanten Rückgang von Grundkompetenzen". Dabei handle es sich um "bedenkliche Entwicklungen, die wir global sehen", erklärte Wiederkehr.

Handlungsbedarf sieht der Bildungsminister unter anderem beim weiterhin überdurchschnittlich starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und schulischen Leistungen. Mit der Ausweitung der Sommerschule, Änderungen bei der Deutschförderung und dem Chancenbonus seien bereits Maßnahmen gesetzt worden. Eine Trendwende brauche allerdings Zeit.

Minister will spätere Digitalisierung

Auch beim Einsatz digitaler Geräte in der Schule will Wiederkehr gegensteuern. Die Digitalisierung müsse "später und besser erfolgen", erklärte er. Zwischen früher Bildschirmnutzung und schlechteren Lernergebnissen gebe es einen Zusammenhang. "Nicht begleitete Digitalisierung in Schulen führt zu schlechteren Ergebnissen."

Wer bereits früh lange Zeit digitale Geräte nutze, könne zwar besser scrollen, habe dafür aber größere Schwierigkeiten, komplexere Texte zu verstehen. Für Wiederkehr folgt daraus eine klare Konsequenz: "Wir dürfen Haptisches nicht vernachlässigen."

Auch die Grundlagen der frühkindlichen Bildung müssten gestärkt werden. Eltern sollten zudem ihre eigene Bildschirmzeit reduzieren und damit ihren Kindern ein Vorbild sein.

Als konkrete Maßnahme will Wiederkehr die Ausgabe vergünstigter beziehungsweise kostenloser digitaler Endgeräte verschieben. Statt wie bisher in der fünften Schulstufe sollen die Geräte künftig erst in der sechsten Schulstufe und dort am Ende des zweiten Semesters ausgegeben werden.

{title && {title} } LH, {title && {title} } 08.09.2026, 23:34