Maria (21) stürzte ohne Seil

Bungee-Tragödie: Stadt will jetzt Todes-Brücke sprengen

Nach dem tödlichen Bungee-Unfall einer Studentin (21) in Brasilien fordert der Bürgermeister die Sprengung der berüchtigten Skelettbrücke.
Newsdesk Heute
17.06.2026, 06:59
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Die Tragödie um die brasilianische Studentin Maria (†21) sorgt weiter für Entsetzen. Nachdem die junge Frau am Samstag, den 13. Juni, bei ihrem vermeintlichen Bungee-Jumping ohne das lebenswichtige Seil von einer Brücke geworfen wurde, fordert der Bürgermeister der Stadt Limeira nun drastische Konsequenzen. Seine Forderung: Die berüchtigte Ponte do Esqueleto, auf Deutsch Skelettbrücke, soll gesprengt werden.

Bei einem Treffen mit Vertretern der Bundesregierung, Lokalpolitikern und Behörden machte Bürgermeister Murilo Félix deutlich, dass aus seiner Sicht nur ein kompletter Abriss weitere Tragödien verhindern könne. Die Brücke liegt genau an der Grenze zwischen den Gemeinden Limeira und Cordeirópolis im brasilianischen Bundesstaat São Paulo.

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"Wir haben es hier mit einem Gebiet zu tun, das seit vielen Jahren bekannte Risiken birgt und trotz der Absperrung weiterhin Menschen anzieht. Die Sprengung des Bauwerks wird eine endgültige Lösung sein, um neue Vorfälle zu verhindern und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten", erklärte Félix.

Laut Stadtverwaltung seien Aktivitäten an der Brücke seit Jahren verboten. Dennoch würden immer wieder Menschen die Absperrungen umgehen, um dort illegale Sprünge und andere verbotene Aktionen durchzuführen. Die Gemeinde habe bereits Warnschilder aufgestellt, Zugänge blockiert und sogar Gräben ausheben lassen. All diese Maßnahmen seien jedoch missachtet worden.

Hinzu kommt ein rechtliches Problem: Die Brücke gehört dem Bund. Einige Zugänge führen zudem über Privatgrundstücke. Die zuständige Bundesbehörde kündigte nun an, die Beschilderung deutlich zu verstärken und zusätzliche Barrieren zu prüfen. Wer das Gelände betritt, begeht laut den Behörden eine Straftat.

Der amtierende Rechtssekretär der Stadt, Jonathan D. Fernandes, betonte nach dem Treffen, dass alle beteiligten Stellen nun gemeinsam gegen die illegale Nutzung des Areals vorgehen müssten. Der Zugang sei verboten und dürfe nicht länger toleriert werden.

Maria lebte nach Sturz noch

Alles begann mit einem vermeintlichen Abenteuer. Maria wollte gemeinsam mit anderen Teilnehmern einen Pendelsprung von der rund 40 Meter hohen Brücke wagen. Was folgte, endete in einer Katastrophe.

Eine Krankenpflegerin befand sich unmittelbar vor Ort und wartete selbst auf ihren Sprung. Mit ihrem Handy filmte sie die Vorbereitungen. Dann passierte das Unfassbare. "Als sie fiel, hörte ich alle rufen: 'Das Seil, das Seil'", erinnerte sich die Augenzeugin später. Videos zeigen, dass die Verantwortlichen kein Sicherungsseil an der jungen Frau befestigt hatten. Maria stürzte ungebremst rund 40 Meter in die Tiefe.

Während oben Panik ausbrach, machte sich die Krankenpflegerin sofort auf den Weg zum Fuß der Brücke. Der Zugang sei extrem schwierig gewesen. "Ich habe mir die ganze Hand aufgeschürft, weil es dort einen steilen Abhang gibt und nur ein einziges Seil, an dem wir hinunterklettern konnten", schilderte sie. "Alles war voller Schlamm. Ich bin immer weiter nach unten gegangen."

Als die Krankenschwester schließlich bei der schwer verletzten Studentin ankam, machte sie eine erschütternde Entdeckung: Maria lebte noch. "Ich habe sogar mit ihr gesprochen", berichtete sie. Die junge Frau habe einen sehr schwachen Puls gehabt. Ob sie noch bei Bewusstsein war, ist unklar. Die Ersthelferin versuchte alles, um sie zu retten.

"Ich habe die Angewohnheit, zu scherzen und zu sagen: 'Bei mir stirbt niemand in meiner Schicht.'" Doch diesmal halfen auch die Wiederbelebungsmaßnahmen nichts. Die Verletzungen waren zu schwer. Den Moment ihres Todes werde sie niemals vergessen. "Sie stieß diesen Seufzer aus, der nach dem Tod auftritt"...

Besonders brisant: Laut brasilianischen Medienberichten wurden drei Männer wegen mutmaßlichen Totschlags verhaftet. "Es handelte sich um ein Team ohne jegliche Genehmigung, das nicht einmal die Erlaubnis hatte, dort zu sein", erklärte Ermittlerin Andrea Dantas Levy.

Weitere Zeugen berichten von chaotischen Szenen nach dem Absturz. So soll einer der Mitarbeiter zunächst eine an Marias Körper befestigte GoPro-Kamera entfernt haben. Hinweise darauf, dass die Verantwortlichen unmittelbar Erste Hilfe geleistet hätten, gibt es laut den Zeugenaussagen nicht.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Für viele Menschen in Brasilien steht jedoch schon jetzt fest: Die Ponte do Esqueleto ist längst nicht mehr nur ein verlassenes Eisenbahnviadukt. Sie ist zum Symbol einer Tragödie geworden, die leicht hätte verhindert werden können.

Ob die Bundesregierung der Forderung nach einer Sprengung tatsächlich nachkommt, ist noch offen. Für Maria kommt jede Maßnahme zu spät – doch genau das soll sich laut den Behörden niemals wiederholen.

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