Ein intimes Video, das eine 15-jährige Schülerin einem Mitschüler geschickt hatte, verbreitete sich an einer katholischen Privatschule in Wien. Zwei Freunde des Jugendlichen hatten die Aufnahme von dessen Handy abgefilmt. Nun wurde der 2009 geborene Bursche verurteilt.
Der Fall liegt zwei Jahre zurück. Die damals 15-Jährige schwärmte laut "Kronen Zeitung" in der fünften Klasse für den Jugendlichen. Die beiden schickten sich laut den Angaben im Prozess Fotos und Videos. Schließlich übermittelte die Schülerin auch eine Aufnahme, auf der sie sich intim berührte.
Der Jugendliche zeigte das Video zwei Freunden. Diese durften die Aufnahme von seinem Handy abfilmen.
Nach den Ferien bemerkte die 15-Jährige in der Schule, dass über sie getuschelt wurde. Bald stellte sich heraus, dass alle oder zumindest viele Mitschüler das abgefilmte Video gesehen hatten. Im März 2026 erstattete die Jugendliche schließlich Anzeige.
"Durch Sie wurde das Mädchen zum Gespött für die ganze Schule. Das ist sehr belastend für eine 15-Jährige", wird die Opfervertreterin in der "Krone" zitiert.
Zusätzlich belastend sei gewesen, dass der Angeklagte am ersten Verhandlungstag behauptet hatte, das Mädchen habe sich die Geschichte ausgedacht, weil er nichts von ihr gewollt habe.
Der Jugendliche musste sich wegen der Weitergabe von pornografischen Darstellungen Minderjähriger verantworten. Ihm drohten bis zu eineinhalb Jahre Haft.
Nachdem am Dienstag neue Chats vorgelegt worden waren, änderte der Schüler seine Verantwortung und gestand schließlich.
"Es war ein weiter Weg bis zum Geständnis und es kam nur aufgrund der erdrückenden Beweislage zustande", sagte die Richterin laut "Krone". Sie verurteilte den Jugendlichen zu vier Monaten bedingter Haft.
Der Verteidiger Nikolaus Rast begrüßte, dass sein Mandant zudem die gerichtliche Weisung erhielt, am Programm "Sicher Net" teilzunehmen. Dort soll an Medienkompetenz und legalem Verhalten im Internet gearbeitet werden.
"Die heutige Jugend ist leider so geworden", sagte Rast zur "Krone". "Die Schulung sollten viel mehr Kinder absolvieren."
Die Jugendliche benötigte nach dem Vorfall eine Therapie. Der Bursche muss ihr 500 Euro symbolisches Schmerzensgeld bezahlen.