Firma zahlte nicht

Nach Firmenpleite zittern Lehrlinge in Wien um ihr Geld

Nach einer Pleite fallen mehrere Lehrlinge in Wien um ihren Ausbildungsplatz um. Auch um das bereits erarbeitete Einkommen wird nun gezittert.
Thomas Peterthalner
06.10.2026, 14:42
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Vier junge IT-Lehrlinge stehen nach der Pleite ihres Arbeitgebers vor einem Scherbenhaufen. Die Softwarefirma schlitterte im August 2026 in Wien in den Konkurs. Schon davor soll es massive Probleme bei der Bezahlung gegeben haben.

Betrieb blieb Verdienst schuldig

Nach Angaben des Insolvenzschutzverbands (ISA) erhielten die Jugendlichen über Monate hinweg nicht das volle Lehrlingseinkommen. Teilweise blieben die Zahlungen schließlich komplett aus. Ein Lehrling war bereits seit Juli 2025 in dem Unternehmen beschäftigt. Schon ab September 2025 soll er weniger bekommen haben, als ihm laut Kollektivvertrag zugestanden wäre. Zuletzt erhielt er überhaupt kein Lehrlingseinkommen mehr.

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Zittern um Geld

Auch zwei weitere Lehrlinge, die Anfang 2026 ihre Ausbildung in dem Betrieb begonnen hatten, bekamen demnach zunächst monatelang zu wenig Geld. Später blieben auch bei ihnen die Zahlungen vollständig aus. Besonders bitter ist die Situation für einen vierten Jugendlichen: Er trat erst im Juni 2026 in den Lehrbetrieb ein und hat laut den Angaben bisher überhaupt kein Geld erhalten.

Nicht alle Ansprüche abgesichert

Die Insolvenz des Arbeitgebers verschärft die Situation zusätzlich. Denn nicht sämtliche offenen Forderungen werden durch den Insolvenz-Entgelt-Fonds abgesichert. Grund dafür ist die gesetzliche Sicherungsgrenze von sechs Monaten vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Ältere Ansprüche sind damit nicht mehr gedeckt.

Schon länger nicht bezahlt

Bei zwei der vier betroffenen Lehrlinge ist dieser Zeitraum laut Insolvenzschutzverbands (ISA) bereits vollständig ausgeschöpft. Ein weiterer dürfte ebenfalls Geld verlieren, weil der Arbeitgeber schon länger nicht vollständig bezahlt hatte.

"Lehrlinge brauchen mehr Sicherheit"

AK-Jurist und Insolvenzschutz-Experte Daniel Holzer warnt vor den Folgen für die jungen Betroffenen. "Lehrlinge stehen am Beginn ihres Berufslebens und verdienen besonderen Schutz. Es ist schon schlimm genug, wenn Lehrbetriebe monatelang nicht korrekt zahlen und Lehrlinge um ihr hart erarbeitetes Geld kämpfen müssen", erklärt Holzer.

Nur 6 Monate gesichert

Besonders hart sei es, wenn der Betrieb anschließend auch noch insolvent werde und damit der Ausbildungsplatz verloren gehe. "Sechs Monate sind gesichert, den Rest wird einer der Betroffenen wohl nie bekommen." Eine weitere Verkürzung des Sicherungszeitraums sieht Holzer deshalb kritisch: "Das wäre aus unserer Sicht hochproblematisch, da Lehrlinge mehr Sicherheit brauchen, nicht weniger."

pet,06.10.2026, 14:42
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