Schmerzhafte "Liebesgrüße aus Aleppo" wurden einem Syrer Anfang des Jahres in einer Wiener Wohnung zuteil. Der Mann soll von seiner Ex und ihrem Neuen sowie einem Komplizen gefesselt, geknebelt und gefoltert worden sein. Dem syrischen Trio wurden Freiheitsentziehung, Nötigung, gefährliche Drohung und schwere Körperverletzung zur Last gelegt.
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Vor Kurzem saß die Ex-Braut – verschleiert und von Franz Pechmann verteidigt – gemeinsam mit ihrem nach Scharia-Recht Verlobten und dem Dritten im Bunde am Wiener Landl auf der Anklagebank und wusste kaum, wie ihr geschah: "Ich fiel in Ohnmacht und bekam nichts mit", ließ sich die Mindestsicherungsbezieherin aus dem Arabischen übersetzen. Da sie in ihrer Ehe wohl kaum Kontakt zur Außenwelt hatte, sprach sie wirklich kein Wort Deutsch.
Die Staatsanwältin schilderte in ihrem Vortrag folterähnliche Szenen mit Ohrfeigen, Fausthieben und Schlägen mit einem Gürtel. Laut Anklage wurde das Opfer unter einem falschen Vorwand in ihre Wohnung in Wien-Hernals gelockt und anschließend von hinten gepackt, mit einer Halsklammer zu Boden gebracht und mit Klebeband, Gürtel und Schal gefesselt.
Der Grund: Der Mann soll seine Ex in sozialen Medien in westlicher Kleidung gezeigt und dadurch verunglimpft haben. Dazu kam der Streit um die gemeinsamen Kinder. Der Dritte – er wurde von Routinier Ernst Schillhammer vertreten – soll dem Syrer sogar eine Pistole an den Kopf gehalten haben.
Das Opfer sei vor laufender Kamera gezwungen worden, sich nackt auszuziehen und wie eine IS-Geisel um Vergebung zu betteln. Andernfalls würde das Video an seine Eltern in der Heimat geschickt. Alle drei Syrer leugneten die schweren Vorwürfe. Die Verhandlung wurde zur Einvernahme des Opfers auf Dezember vertagt. Bis zu fünf Jahre Haft drohen, die Unschuldsvermutung gilt.