Für E-Moped-Lenker in Wien wird es jetzt ernst. Nach den neuen Bestimmungen nehmen Polizei und Stadt die Fahrzeuge verstärkt ins Visier. Bei einem ersten großen Kontrollschwerpunkt wurden zahlreiche Verstöße festgestellt – inklusive massiv überhöhter Bauartgeschwindigkeiten.
Wie die Wiener Polizei am Dienstag mitteilte, sollen neben gezielten Schwerpunktaktionen auch im täglichen Streifendienst verstärkt E-Mopeds kontrolliert werden.
Beim ersten großen Schwerpunkt wurden sechs E-Moped-Lenker wegen Verstößen gegen die gesetzlichen Bestimmungen angezeigt.
Besonders auffällig waren die Ergebnisse eines mobilen Rollenprüfstands. Acht E-Scooter wurden dabei auf ihre Bauartgeschwindigkeit überprüft. Nur ein einziges Fahrzeug entsprach den gesetzlichen Vorgaben.
Bei den übrigen sieben wurden Geschwindigkeiten zwischen 49 und 76 km/h festgestellt. Bei einem weiteren Fahrzeug stellten die Beamten zudem eine Leistung von 800 Watt statt der erlaubten 600 Watt fest.
Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl kündigt weitere Kontrollen an: "Klare Regeln schaffen Sicherheit – und diese Regeln gelten für alle Verkehrsteilnehmer."
Die Bilanz des Schwerpunktes fällt deutlich aus: Insgesamt wurden 146 Anzeigen erstattet. Dazu kamen 177 Organmandate mit einer Gesamtsumme von 9.750 Euro.
Einen Großteil der Verstöße machten laut den Behörden das Missachten roter Ampeln, Telefonieren beziehungsweise Hantieren während der Fahrt sowie das Befahren von Gehsteigen und Fußgängerzonen aus.
Auch Walter Hillerer von der Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien kündigt konsequentes Vorgehen an. "Wer die gesetzlichen Voraussetzungen nicht erfüllt, darf nicht weiterfahren und wird angezeigt." Und weiter: "Manipulierte E-Mopeds sind kein Kavaliersdelikt, sondern ein Sicherheitsrisiko."
Polizei und Stadt wollen künftig streng, unangekündigt und zu unterschiedlichen Zeiten kontrollieren. Auch die Stadtpolizeikommanden sollen E-Mopeds im regulären Streifendienst verstärkt überwachen.
Die interimistische Leiterin der Landesverkehrsabteilung Wien, Andrea Anders, betont, dass die Einhaltung der neuen Bestimmungen sowohl von der Verkehrspolizei als auch von den Beamten in den Bezirken regelmäßig überprüft werde.
Wie solche Kontrollen aussehen können, zeigte ein Einsatz am 2. Oktober in Döbling. Polizisten bemerkten dort einen 16-Jährigen, der mit einem stark deformierten E-Moped unterwegs war.
Der Jugendliche versuchte zunächst, sich der Anhaltung zu entziehen. Dabei soll er mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren sein und mehrere Verwaltungsübertretungen begangen haben. Nach der Anhaltung kam das E-Moped auf den Rollenprüfstand. Ergebnis: 47 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Auch der Zustand des Fahrzeugs fiel den Beamten auf. Nahezu die gesamte Verkleidung war demnach mit Klebeband befestigt. Der 16-Jährige wurde mehrfach angezeigt.
Für Wiens Behörden ist die Marschrichtung klar: Die neuen Regeln sollen nicht nur auf dem Papier stehen. Mit laufenden Kontrollen wollen Polizei und Stadt gegen nicht gesetzeskonforme und manipulierte Fahrzeuge vorgehen.