Leih-E-Scooter wurden in den letzten Jahren immer beliebter. Nun prüfte der Stadtrechnungshof die Zahl der Beanstandungen und Strafen in Wien. Beschwerden gab es unter anderem wegen störend abgestellter Roller auf Gehsteigen oder achtlos in Grünanlagen deponierter Fahrzeuge.
Anfang explodierte die Zahl der Beanstandungen. Das änderte sich mit der neuen Verordnung schlagartig. Sie trat am 1. Juli 2023 in Kraft und brachte strengere Regeln. Vermieter von Leih-E-Scootern mussten nun dafür sorgen, dass ordnungswidrig abgestellte Fahrzeuge unverzüglich entfernt werden.
Von Juni bis Dezember 2023 gab es noch 33.046 registrierte Beschwerden aufgrund störender E-Scooter. Nach Einführung der E-Scooter-Regeln im Juli 2023 sank die Zahl stetig. Im Jahr 2024 gab es noch 17.033 Beanstandungen, im letzten Jahr waren es von Jänner bis September 2025 noch 2.524. Insgesamt gab es 2025 laut Stadtrechnungshof 3.364 Beanstandungen.
Die meisten Übertretungen gab es laut den Prüfern wegen falsch abgestellter E-Scooter. Von Juni bis Dezember 2023 waren es noch 32.292 Fälle, im letzten Jahr aber nur noch 2.713 Beanstandungen. Die Strafforderungen waren im Jahr 2023 mit 752.450 Euro am Höchsten, im letzten Jahr gab es 50.925 Euro an Forderungen.
Positiv bewertet wurde von den Stadtrechnungshof-Prüfern, das trotz der zeitweise äußerst hohen Zahl an Beanstandungen kein Verwaltungsstrafverfahren verjährte. Bemerkenswert dabei: Für die E-Scooter-Strafverfahren wurde kein zusätzliches Personal eingestellt. Auch der allgemeine Personalstand in den betroffenen Bereichen der MA 67 erhöhte sich während der besonders arbeitsintensiven Phase nur moderat.
Allerdings zeigt die Prüfung auch Probleme. So gab es eine hohe Zahl an Fällen, in denen Beschwerden gegen Straferkenntnisse der MA 67 eingebracht wurden und das Verwaltungsgericht Wien die Entscheidungen anschließend behob. Ebenfalls hoch war die Zahl jener Fälle laut den Prüfern, in denen Verfahren gar nicht eingeleitet oder wieder eingestellt wurden.
Der erhebliche Aufwand der Stadt zeigte laut Stadtrechnungshof aber Wirkung. Im Laufe der Zeit ging die Zahl der Beanstandungen merklich zurück. Diese Entwicklung sei auch im Wiener Stadtbild erkennbar gewesen.
Der Stadtrechnungshof sprach unter anderem Empfehlungen aus, um die Zahl der Einstellungen und aufgehobenen Entscheidungen zu reduzieren. Auch die Unterlagen für die internen Abläufe sollen verbessert werden.