Das Café Engländer bleibt Wien erhalten. Nach der Insolvenz der bisherigen Betreibergesellschaft steht nun fest, wer das traditionsreiche Lokal weiterführt: Die Gastronomiefamilien Plachutta und Friese haben sich laut "Falter" in einem Bieterverfahren durchgesetzt.
Für Gäste soll sich dabei möglichst wenig ändern. Größere Umbauten oder eine völlig neue Ausrichtung sind laut dem Bericht nicht geplant. Bei der Übernahme soll vor allem eines im Mittelpunkt stehen: die Geschichte des Hauses. Gegenüber dem "Falter" erklärten die neuen Eigentümer, das Café Engländer sei "ein Stück Wiener Gastronomiegeschichte“. Solche Häuser könne man "nicht neu erfinden".
Für die beiden Gastronomiefamilien ist das Engländer nicht das erste Wiener Traditionscafé, das sie übernehmen. Plachutta und Friese haben bereits das Café Bräunerhof gerettet. Das Lokal in der Wiener Innenstadt öffnete im Juni nach fast einem Jahr Schließzeit wieder seine Türen.
Beim Café Engländer war die Zukunft zuletzt hingegen ungewiss. Nach dem Tod des bisherigen Betreibers Christian Wukonigg meldete die Betreibergesellschaft Insolvenz an. Anfang August wurde über deren Vermögen ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens eingebracht.
Laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) waren 47 Gläubiger betroffen. Die Gesamtforderungen beliefen sich demnach auf rund 1,1 Millionen Euro. Nun ist die Zukunft des Traditionslokals geklärt: Das Café Engländer soll weitergeführt werden.