Sperre ab November

Wegen Sicherheit: Autos müssen von Salztorbrücke runter

Die Salztorbrücke wird ab 10. November für Pkw und Lkw gesperrt. Rund 12.000 Fahrzeuge täglich müssen dann auf andere Donaukanalbrücken ausweichen.
Wien Heute
25.09.2026, 13:56
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Für Autofahrer kommt eine große Änderung: Die Salztorbrücke zwischen dem 1. und 2. Bezirk wird ab 10. November 2026 für Pkw und Lkw gesperrt. Grund ist das Alter der 91 Meter langen Brücke und die Empfehlung einer Expertenkommission – für Fußgänger, Radfahrer und den Citybus 2A bleibt sie vorerst offen.

Die 1961 eröffnete Salztorbrücke ist eine besondere Spannbetonkonstruktion und wird von der Stadt seit Jahren engmaschig kontrolliert. Nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden 2024, die eine ähnliche Spannstahlkonstruktion hatte, wurden die Untersuchungen nochmals intensiviert. Sensoren überwachen unter anderem Risse, Neigungen und Schallemissionen.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Experten empfehlen Neubau

Zu Jahresbeginn wurde eine Expertenkommission unter Leitung des Brückenexperten Patrick Huber von der TU Wien eingesetzt. Neben weiteren Untersuchungen wurde heuer auch ein Belastungstest durchgeführt. Auf Basis der Messungen und Berechnungen fiel schließlich die Entscheidung für einen Neubau.

Autos müssen ausweichen.
Stadt Wien

"Die Nutzungsdauer der Salztorbrücke beträgt dann beinahe 70 Jahre. Dies ist eine übliche Lebensdauer für Spannbetonbrücken aus den Anfängen der 60er Jahre", erläutert Prof. Huber, der die Empfehlung für den Neubau abgegeben hat.

Die Vorbereitungen dafür starten unmittelbar nach der Sperre. Nach Ausschreibung, Wettbewerb und der Umlegung von Versorgungsleitungen soll Anfang 2028 der Abbruch beginnen. Anfang 2029 ist der Start für den Neubau vorgesehen.

Brücke bleibt vorerst offen

Trotz der Sperre für Autos ist die Brücke nicht komplett dicht. Fußgänger, Radfahrer und der Citybus 2A dürfen sie weiterhin nutzen. "Die Sicherheit der Wienerinnen und Wiener steht für uns an erster Stelle. Wir beobachten und prüfen die Salztorbrücke seit vielen Jahren sehr intensiv und gehen keinerlei Risiko ein. Die geringe Belastung durch Radfahrerinnen, Fußgänger*innen und dem Citybus liegt weit unter der vom Belastungstest kalibrierten Belastung, die Brücke kann daher sicher genutzt werden", erläutert Wolfgang Strenn, Leiter der MA 29 - Brückenbau und Grundbau.

Auch nach der Sperre wird die Brücke weiter überwacht. Prof. Huber erklärt: "Die Untersuchungen zeigen, dass die Salztorbrücke nach derzeitigem Kenntnisstand unter engmaschigem Monitoring und bei reduzierter Verkehrslast noch weiter sicher genutzt werden kann. Sollte das Monitoring jedoch Veränderungen wie Spanndrahtbrüche an kritischen Stellen oder Biegerisse feststellen, ist eine sofortige Sperre des Brückenverkehrs erforderlich."

12.000 Autos müssen ausweichen

Die Sperre trifft täglich rund 12.000 Fahrzeuge. Dazu kommen etwa 3.000 Radfahrer und 6.100 Fußgänger. Der Autoverkehr wird künftig über andere Donaukanalbrücken geführt: In Richtung 1. Bezirk geht es über die Roßauer Brücke, in Richtung 2. Bezirk über die Marienbrücke und die Augartenbrücke.

Die Stadt rechnet damit, dass die umliegenden Brücken und Straßen die zusätzliche Verkehrsbelastung vorübergehend aufnehmen. "Im Vorfeld werden wir in der Koordination besonders darauf achten, dass die Verkehrsmaßnahmen gut mit den notwendigen Vorhaben im Umfeld abgestimmt sind. Für die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer wird es zeitgerecht detaillierte Informationen zu den Querungsmöglichkeiten geben", so Baustellenkoordinator Christian Zant.

Neubau soll mehr Platz für Radler bringen

Mit dem Neubau soll die Verbindung über den Donaukanal auch für die Zukunft fit gemacht werden. Radfahrer sollen mehr Platz bekommen, für Fußgänger ist eine komfortablere und sicherere Querung geplant. Auch der Busverkehr bleibt möglich.

Nach Abschluss des Neubaus soll die Brücke wieder für den Individualverkehr geöffnet werden. Bis dahin bleibt die alte Konstruktion unter genauer Beobachtung. "Wir sorgen dafür, dass die Salztorbrücke von den definierten Benutzer*innengruppen bis zum Abbruch sicher genutzt werden kann und werden mit dem Neubau auch künftig eine sichere und leistungsfähige Verbindung über den Donaukanal gewährleisten", so Strenn.

red,25.09.2026, 13:56
Weitere Storys