Fast 100 Jahre lang war das Gebäude in der Degengasse 3–5 (Wien-Ottakring) ein Umspannwerk. Jetzt sind hinter der historischen Fassade 31 geförderte Mietwohnungen entstanden. Die GWSG, ein Teil der Wiener Stadtwerke-Gruppe, hat das Gebäude aus den Jahren 1926/27 umfassend saniert und in Wohnraum verwandelt.
Die historische Straßenfassade blieb erhalten, dahinter wurde das ehemalige Umspannwerk komplett neu gestaltet. Entstanden sind rund 1.884 Quadratmeter Wohnfläche im sogenannten "Industrial Style". Alle Wohnungen verfügen über einen eigenen Balkon, eine Loggia oder eine Terrasse. Zusätzlich gibt es eine begrünte Gemeinschaftsdachterrasse mit Blick über Wien.
Auch bei der Energieversorgung wurde nachgerüstet: Das Gebäude ist nun an das Wiener Fernwärmenetz angeschlossen, auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Durch die Sanierung soll sich der Heizwärmebedarf um rund 78 Prozent reduzieren.
"Projekte wie diese zeigen, dass in Wien Wohnen und Klimaschutz Hand in Hand geht. Gerade die Sanierung und Weiterentwicklung unseres Gebäudebestands ist ein wesentlicher Hebel, um hochwertigen Wohnraum zu sichern und gleichzeitig die Stadt klimafit für die Zukunft zu machen", so Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ).
Für Wiener-Stadtwerke-General Roman Fuchs ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie alte Bausubstanz genutzt werden kann: "Die Transformation unserer Stadt entscheidet sich ganz wesentlich an der bestehenden Infrastruktur. Die Degengasse zeigt beispielhaft, wie wir historische Bausubstanz erhalten und Nachverdichten. Mit Fernwärme und Photovoltaik verbinden wir hier zwei wichtige Bausteine der Energiewende mit modernem Wohnen", erklärt er.
Auch GWSG-Geschäftsführerin Sandra Freudensprung betont den besonderen Charakter des Projekts: "Bei der Degengasse war es uns besonders wichtig, die Geschichte und den Charakter dieses außergewöhnlichen Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig Wohnraum zu schaffen. Mein besonderer Dank gilt allen Mitarbeiter*innen, Partnern und beteiligten Unternehmen, die dieses anspruchsvolle Projekt mit großem Einsatz umgesetzt haben."
Auch der Bezirk begrüßt die Umwandlung des ehemaligen Umspannwerks. Bezirksvorsteherin Stefanie Lamp (SPÖ) betont: "Ottakring wächst und entwickelt sich laufend weiter. Umso wichtiger ist es, vorhandene Gebäude sinnvoll weiterzuentwickeln und daraus qualitätsvollen und leistbaren Wohnraum für die Menschen im Bezirk zu schaffen."