Beim ÖFB klingelt die Kasse. Nach der ersten WM-Teilnahme seit 1998 und dem erfolgreichen Start des neuen Verbandscampus in Wien-Aspern steuert der Fußball-Bund auf ein finanzielles Rekordjahr zu.
Knapp 80 Millionen Euro Umsatz erwartet der ÖFB für 2026. Das verrät Geschäftsführer Bernhard Neuhold gegenüber der APA. Damit würde der bisherige Bestwert aus dem EM-Jahr 2024 deutlich übertroffen. Damals waren es 74 Millionen Euro.
Schon 2025 schrieb der Verband bei 68 Millionen Euro Umsatz knapp eine Million Euro Gewinn. Heuer soll noch mehr übrig bleiben. "Heuer werden wir knapp darüber liegen", sagt Neuhold. Der Geschäftsführer rechnet mit einem Überschuss "von einem geringen siebenstelligen Betrag". Einen wichtigen Anteil daran hat die WM in Nordamerika.
Für die Teilnahme kassierte der ÖFB von der FIFA 13,5 Millionen Dollar, umgerechnet rund 11,8 Millionen Euro. Nach Abzug sämtlicher Organisationskosten blieben dem Verband laut Neuhold rund sieben Millionen Euro.
Ein großer Teil davon wird weitergegeben. Knapp zwei Millionen Euro fließen an Bundesliga und Landesverbände. Mehr als eine Million davon erhält die Liga, die neun Landesverbände bekommen jeweils einen zuvor vereinbarten fünfstelligen Betrag. Auch die ÖFB-Spieler werden beteiligt.
Für eine weitere positive Überraschung sorgt ausgerechnet der neue ÖFB-Campus in Wien-Aspern. Ursprünglich hatte der Verband damit gerechnet, dass das im Vorjahr eröffnete Kompetenzzentrum jährlich Geld kosten würde.
Kalkuliert wurde inklusive einer Abschreibung von 800.000 Euro mit einem Minus von 1,5 Millionen Euro. Tatsächlich sieht es völlig anders aus: Für das laufende Geschäftsjahr wird bereits mit einem Plus von einer Million Euro gerechnet – Abschreibungen inklusive.
"Die Realität zeigt aber, dass es wesentlich besser läuft. Der Campus ist budgetär keine Belastung, sondern gibt uns sogar zusätzliche Möglichkeiten", sagt Neuhold. "Das sorgt dafür, dass wir gefühlt 365 Tage im Jahr Campus-Betrieb haben", freut sich der ÖFB-Manager.
Kurios: Der sportliche Erfolg in der Gruppenphase brachte dem ÖFB finanziell praktisch keinen zusätzlichen Gewinn. Das Erreichen des Sechzehntelfinales, in dem gegen Spanien mit 0:3 Endstation war, bezeichnet Neuhold als "Nullsummenspiel".
Die zusätzliche Million Dollar Preisgeld wurde unter anderem durch weitere Hotelkosten, Honorare für externe Mitarbeiter sowie Prämien für Spieler und Betreuer wieder aufgebraucht.
Offen sind zudem noch Steuerfragen in den USA. Dort vertreten die Behörden die Auffassung, dass die Akteure ihre während der WM erzielten Einkünfte im jeweiligen Bundesstaat versteuern müssen.
"Wir sind in guten Gesprächen mit unserem Steuerberater und Kollegen in den USA. Es besteht die Hoffnung, dass es sich im Rahmen abspielt und es zu keinem Nachteil kommt - weder für die Spieler noch für uns", erklärt Neuhold. Der ÖFB will dennoch vorsorgen und Rückstellungen bilden.