Seit Wochen bangen Angehörige um Carolin S. aus Deutschland. Die 25-Jährige wollte in den Bergen rund um Mittenwald wandern, doch seit dem 6. September fehlt von ihr jedes Lebenszeichen. Trotz umfangreicher Suchaktionen konnte die junge Frau bisher nicht gefunden werden. Jetzt gibt es neue Hinweise, welche die Suche nach Österreich führen.
Die Ermittler gehen mittlerweile auch der Möglichkeit nach, dass Carolin nach ihrem letzten bekannten Kontakt in Tirol unterwegs gewesen sein könnte. Besonders mehrere beliebte Wandergebiete stehen dabei im Mittelpunkt.
Die Vermisste stammt aus Südhessen und war seit Ende August in der Gegend von Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen unterwegs. Dort wollte sie längere Wanderungen unternehmen. Die Region war ihr nicht fremd. Vor einigen Jahren hatte sie dort ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der staatlichen Vogelschutzwarte absolviert.
Am 6. September meldete sich Carolin zum letzten Mal bei ihren Angehörigen. Zu diesem Zeitpunkt war sie auf der Wettersteinspitze bei Mittenwald unterwegs. "An diesem Tag hatte sie noch Kontakt zu ihrer Familie", erklärt Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, gegenüber der "Tiroler Tageszeitung".
Danach brach die Verbindung ab. Als die Familie auch in den folgenden Tagen nichts von der 25-Jährigen hörte, wuchs die Sorge. Am 22. September erstatteten die Angehörigen schließlich Vermisstenanzeige bei der bayerischen Polizei, "weil es ihnen seltsam vorkam, nichts zu hören."
Die Suche konzentrierte sich zunächst auf die bayerische Bergregion. Polizeistreifen und Hubschrauber waren im Einsatz, doch die Maßnahmen blieben ohne Erfolg. Auch der Versuch, das Handy der Vermissten zu orten, brachte keine neuen Erkenntnisse, heißt es in dem Bericht.
Mittlerweile haben sich jedoch weitere Anhaltspunkte ergeben. Demnach könnte Carolin nach dem 6. September auch auf österreichischer Seite der Berge unterwegs gewesen sein.
Im Mittelpunkt stehen die Gegend rund um Ehrwald, das Gaistal und die Region Leutasch. Besonders folgende Orte sind für die Suche von Interesse:
- Sonnenspitze
- Coburger Hütte
- Ehrwalder Alm
- Gatterl
- Knorrhütte
- Wetterstein
Ob sich Carolin tatsächlich in einem dieser Gebiete aufgehalten hat, ist bisher nicht geklärt.
Nun hoffen die Ermittler auf Unterstützung von Menschen, die Anfang September in den betroffenen Bergregionen unterwegs waren. Angesprochen sind vor allem Wanderer, Bergsteiger und Mountainbiker. Sie sollen überlegen, ob sie der jungen Frau begegnet sein könnten.
Auch Fotos von damaligen Ausflügen könnten wichtige Hinweise enthalten. "Bitte prüft auch eure Fotos von Wanderungen und Ausflügen. Rucksack, Kleidung oder Schuhe könnten zur Identifizierung beitragen", heißt es in einem Suchaufruf.
Die deutsche Polizei ermittelt weiterhin und steht auch mit den österreichischen Behörden in Verbindung.
Neben den neuen Hinweisen aus Tirol beschäftigt die Ermittler ein weiterer Umstand. Wie Angehörige berichten, soll sich Carolin am 4. September in Weilheim in Oberbayern aufgehalten haben. Das war zwei Tage vor ihrem letzten bekannten Kontakt mit der Familie.
Von diesem Aufenthalt erfuhren ihre Angehörigen allerdings erst während der späteren Suche. Der Zwischenstopp lässt sich nach ihren Angaben nicht mit Carolins bekannten Wander- und Reiseplänen erklären.
Auch deshalb wird nach Menschen gesucht, die die 25-Jährige damals gesehen haben könnten.
Wo sich Carolin nach dem 6. September aufgehalten hat und was mit ihr geschehen ist, bleibt weiterhin unklar. Die neuen Hinweise auf mögliche Aufenthaltsorte in Tirol werden laut "Tiroler Tageszeitung" nun bei den Ermittlungen berücksichtigt.
Besonders Aufnahmen von Wanderungen Anfang September könnten bei der Suche helfen. Familie und Polizei hoffen, dass sich darauf eine bislang übersehene Spur zu Carolin findet.