Wer ChatGPT, Gemini oder andere KI-Systeme nach einem passenden Hotel fragt, bekommt österreichische Betriebe vergleichsweise selten vorgeschlagen. Eine Untersuchung der niederösterreichischen Agentur maxonline zeigt, dass Hotels aus Deutschland und der Schweiz bei solchen Anfragen deutlich besser abschneiden.
Für die Analyse wurden insgesamt 515 Vier- und Fünfsternehotels in Österreich, Deutschland und der Schweiz untersucht. Darunter waren 172 Häuser aus Österreich.
Im Vergleich der drei Länder erreichten österreichische Hotels im Schnitt 9,6 von 100 möglichen Punkten. Deutschland kam auf 11,2 Punkte, die Schweiz lag mit 14,3 Punkten an der Spitze.
Bei der Untersuchung ging es nicht darum, ob ein KI-System ein bestimmtes Hotel kennt. Entscheidend war vielmehr, ob ein Betrieb empfohlen wird, wenn Nutzer ohne konkreten Markennamen nach einer Unterkunft für eine Region oder einen bestimmten Anlass suchen.
Anfragen mit direktem Bezug zu einer Hotelmarke wurden deshalb nicht berücksichtigt. Maxonline-Geschäftsführer Harald Fischl erklärt sinngemäß, dass genau in diesem Moment neue Gäste gewonnen werden könnten. Wer etwa nach einem Wanderurlaub mit Hund oder einem Wellnesswochenende suche, bekomme von der KI meist nur wenige konkrete Namen präsentiert.
Tauche ein Hotel dabei nicht auf, werde es laut Fischl nicht schlechter beurteilt. Es werde von möglichen Gästen schlicht gar nicht erst wahrgenommen.
Die Auswertung zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Betrieben. Hotelketten wurden demnach rund dreimal häufiger genannt als privat geführte Häuser.
Auch eine bekannte Urlaubsdestination garantiert noch keine hohe Sichtbarkeit bei KI-Empfehlungen. Innerhalb Österreichs erreichten Grazer Hotels mit durchschnittlich 15,5 Punkten den höchsten Wert.
Die Wachau kam dagegen auf 7,1 Punkte, Kärnten auf lediglich 4,4. Auch Hotels in Lech am Arlberg blieben mit 8,5 Punkten deutlich hinter den Grazer Betrieben zurück.