Ausnahmezustand im US-Bundesstaat Kalifornien: In der Stadt Garden Grove südöstlich von Los Angeles mussten seit Donnerstag nach und nach 50.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Dutzende Häuserblocks wurden evakuiert.
Grund ist ein beschädigter Chemietank auf dem Gelände eines Luft- und Raumfahrtunternehmens. Einsatzkräfte fürchten seit Tagen eine Explosion.
Der Tank enthält rund 26.000 Liter Methylmethacrylat – eine leicht entzündliche und hochgiftige Chemikalie, die zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird. Laut US-Umweltbehörde kann der Stoff Haut, Augen und Atemwege reizen und sogar neurologische Beschwerden verursachen.
Die Sorge vor einer Explosion besteht, weil sich im beschädigten Tank mit Methylmethacrylat offenbar Druck aufbauen könnte. Die Chemikalie ist leicht entzündlich und kann sich unter bestimmten Bedingungen selbst erhitzen, wodurch brennbare Dämpfe entstehen.
Obwohl der Tank bereits undicht war, dürfte das Leck zunächst zu klein gewesen sein, um den steigenden Druck ausreichend abzulassen. Einsatzkräfte befürchteten deshalb, dass der Behälter platzen oder explodieren könnte.
Jetzt gibt es allerdings leichte Entwarnung. Feuerwehrleute konnten den Behälter genauer untersuchen und entdeckten dabei offenbar einen größeren Riss. Dadurch könnte der Druck im Tank sinken, was die Explosionsgefahr verringern würde. Die Lage rücke damit in ein "positives Licht", erklärte Feuerwehrsprecher TJ McGovern.
Die Gefahr ist dennoch nicht gebannt. Experten warnen weiter vor einem möglichen Worst-Case-Szenario: Sollte der Tank explodieren, könnten auch umliegende Behälter mit Chemikalien oder Treibstoff in Brand geraten.
Viele Evakuierte harren deshalb weiter in Notunterkünften aus. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom rief bereits den Notstand aus, um zusätzliche Hilfe der US-Regierung zu erhalten.
Besonders brisant: Die Gefahrenstelle liegt nur knapp zehn Kilometer vom berühmten Freizeitpark Disneyland entfernt. Der Park bleibt zwar geöffnet, beobachtet die Lage aber genau.