Nach Kuchen-Skandal

Chiara Ferragni fällt tief: Konzerne wenden sich ab

Die Influencerin kehrt auf Instagram zurück, als wäre nichts gewesen. Gleichzeitig beenden mehrere große Marken die Partnerschaft mit ihr.

20 Minuten
Chiara Ferragni fällt tief: Konzerne wenden sich ab
Chiara Ferragni meldet sich nach einer Pause bei ihren fast 30 Millionen Followerinnen und Followern auf Instagram zurück.
Instagram/chiaraferragni

Bei einer Kuchen-Kampagne führte Instagram-Star Chiara Ferragni (36) Leute nachweislich in die Irre. Nach 18 Tagen Stille auf Instagram meldet sie sich nun zu Wort. Als wäre nichts gewesen, zeigt sie ihre Nägel, ihre Kinder und bewirbt den Verkauf ihrer Beauty-Artikel in der Instagram-Story.

Kein Wort zum Skandal um irreführende Werbung, der letzten Monat ihre internationale Community und Italien erschüttert hatte. Jetzt gab Coca-Cola den Verzicht auf einen bereits abgedrehten Werbespot bekannt, der Ende Januar zum Schlagerfestival von Sanremo ausgestrahlt werden sollte.

Chiara Ferragnis Skandal beschäftigt die Politik

Das Thema beschäftigt auch die Staatsanwaltschaft. Ministerpräsidentin Meloni nahm den Fall Ferragni nämlich zum Anlass, ein neues Gesetz für mehr Transparenz bei solchen Internet-Auftritten prüfen zu lassen. Auf Ferragnis Instagram-Konto hagelte es nach dem Skandal böse Kommentare, sie veröffentlichte daraufhin ein Entschuldigungsvideo.

Ferragni sprach von einem "Kommunikationsfehler", wolle solche "Missverständnisse" künftig vermeiden und kündigte an, finanzielle Genugtuung leisten zu wollen. Zugleich erklärte sie, den Beschluss des Kartellamts anzufechten. Viele nahmen ihr den Auftritt nicht ab, das Video scheint alles nur noch schlimmer gemacht zu haben: Ihre Luxus-Boutique in Rom wurde kürzlich mit Inschriften wie "Bandita" (übersetzt "Banditin") und "Truffatrice" (übersetzt "Betrügerin") beschmiert. Daraufhin kündigte ihr der Brillenhersteller Safilo als erstes Unternehmen die Zusammenarbeit. Weitere Marken wie der Luxusmode-Hersteller Tod’s und die Wäschemarken Intimissimi und Calzedonia, aber auch internationale Konzerne wie L’Oréal, Nestlé und Procter & Gamble sollen die aktuellen Ereignisse im Auge haben.

Coca-Cola wird nicht mehr mit Chiara arbeiten.
Coca-Cola wird nicht mehr mit Chiara arbeiten.
instagram/chiaraferragni

Chiara Ferragni verliert über 70.000 Followerinnen und Follower

Nach Informationen der Illustrierten "Oggi" hat die Influencerin auf Instagram inzwischen mehr als 70.000 Follower verloren. Der Marketing-Experte Giampaolo Colletti meint: "Die Krise, die Ferragni durchlebt, bringt uns auf unbekanntes Gelände. Das ist der erste Sturz vom Olymp der Influencer." Wichtiger als alles andere sei für sie nun, Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen.

Die nationale Kartellbehörde AGCM verhängte kurz vor Weihnachten eine Million Euro Bußgeld wegen unlauteren Wettbewerbs gegen die Influencerin. Der Grund: Ferragni hatte ihre Fans glauben lassen, dass der Erlös eines von ihr angepriesenen Kuchens zu größeren Teilen an eine Kinderkrebs-Station gehe.

In Wahrheit bekam das Krankenhaus "Regina Margherita" in Turin keinen einzigen Cent des Gewinns. Wie das Kartellamt erfahren hat, überwies Balocco dem Spital lange vor der Aktion 50’000 Euro – völlig unabhängig von den tatsächlichen Verkaufszahlen. Bei Kampagnen für Ostereier und einer Puppe gab es möglicherweise ähnliche Muster.

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