In den letzten Jahren sind Elektroautos in China deutlich schwerer und breiter geworden. Durchschnittlich wiegt ein E-Auto dort mittlerweile rund 1.700 Kilogramm - das sind mehr als ein Drittel mehr als noch 2012. Besonders SUVs und Mini-Vans erreichen inzwischen Breiten von über zwei Metern.
Das bringt in Parkhäusern und Tiefgaragen Schwierigkeiten mit sich. Denn viele Parkplätze sind für deutlich schmalere Fahrzeuge ausgelegt. Bei einer Standardbreite von 2,40 Metern bleibt neben einem 2,20 Meter breiten Auto kaum noch Platz zum Aussteigen, selbst wenn korrekt eingeparkt wird.
Die chinesischen Behörden führen deshalb neue Standards ein. Das Ziel: E-Autos sollen künftig nicht nur effizienter, sondern auch schmäler gebaut werden. Die Vorgaben sehen unter anderem vor, dass besonders schwere Fahrzeuge maximal 15,1 Kilowattstunden pro 100 Kilometer verbrauchen dürfen, sonst dürfen sie nicht mehr verkauft werden.
Ein Grund für das hohe Gewicht der Fahrzeuge sind riesige Batterien, die Reichweiten von bis zu 1.000 Kilometern ermöglichen sollen. Allein die Akkus wiegen oft bis zu 800 Kilogramm. Außerdem verbauen viele Hersteller zusätzliche Features wie Fernseher, Kaffeemaschinen oder sogar Toiletten, was das Gewicht weiter erhöht.
Mit den neuen Regelungen will China die Hersteller dazu bringen, mehr auf Aerodynamik, leichtere Materialien und effiziente Antriebe zu setzen, anstatt einfach größere Batterien einzubauen. Laut Experten könnten diese Vorschriften dazu führen, dass E-Autos effizienter werden und die Reichweite um etwa sieben Prozent steigt.
Die Reduktion von Gewicht und Breite soll chinesischen Herstellern auch beim Export in Länder wie Europa und die USA helfen, wo teils strengere Vorgaben gelten oder in Planung sind. Auch in Österreich und Deutschland werden breite Fahrzeuge zunehmend zum Problem, wie der ADAC feststellt: Über 70 Prozent der Neuwagen sind mittlerweile breiter als zwei Meter - was besonders auf Baustellen oder in engen Parkhäusern zu Schwierigkeiten führt.